Es wurde und wird viel diskutiert über das Zollamts-Areal. Nun ist klar: Die alte Halle auf der Südseite wird im kommenden Februar abgerissen.

 

 

Der Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik (UTA) stimmte vergangene Woche mehrheitlich für eine Vorlage der Stadtverwaltung, welche nochmals bekräftigt, den Zollamt-Quartiersbereich auf Grundlage der fortgeschrittenen, für angrenzende Bereiche auch bereits rechtsgültigen Bebauungsplanungen zu entwickeln. Dies schließt den Hallen-Abriss ein – und gleichzeitig eine Bürgerbeteiligung in der Hallen-Frage aus. Mit dieser Entscheidung entspricht der UTA dem Meinungsbild des Bezirksbeirats, der in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls mehrheitlich für diese Vorlage gestimmt hatte. Wenige Wochen zuvor war das Cannstatter Gremium zwar noch dem Grünen-Antrag gefolgt, eine informelle Bürgerbeteiligung durchzuführen.

Das funktioniert so aber nicht, erklärte Martin Holch vom Stadtplanungsamt nun einmal mehr. Denn eine Beteiligung mit der Frage „Abriss des südlichen Zollamtsflügels oder nicht?“ würde gegen bestehende Beschlüsse und gegen geltendes Planungsrecht verstoßen. Und eine Pseudo-Bürgerbeteiligung „würde das Vertrauen in den städtischen Beteiligungsprozess beschädigen“. Abgesehen davon hätte der Hallen-Erhalt laut Stadtplanungsamt gravierende Auswirkungen auf die Planungen mehrere Neckarpark-Quartiere gehabt. Beteiligung soll es in Form einer Projektgruppe mit Bürgern und Gemeinderatsvertretern geben. Sie sollen auf Grundlage der Bebauungsplan-Grenzen und -Vorgaben in die weitere Entwicklung des Zollamts einbezogen werden. Schließlich gilt es nach wie vor, den besten künftigen Nutzungsmix zu finden.

 

Was ansteht

Die Machbarkeitsstudie fürs Zollamt-Ensemble soll fortgeschrieben werden, ein öffentlicher Workshop den Auftakt für einen Projektgruppen-Beteiligungsprozess darstellen. Als künftige Nutzer gesetzt sind aktuell die Kulturinsel sowie ein Stadtteil- und Familienzen­trum.