Die Humanus-Stiftung stattet bereits im zehnten Jahr Abc-Schützen aus. Viele der über 200 Kinder kommen aus Bad Cannstatt, Steinhaldenfeld, dem Hallschlag und Neugereut.

 

 

Der erste Schultag ist für jedes Kind etwas ganz Besonderes. Dabei spielt der Schulranzen eine zentrale Rolle. Viele Familien können sich die umfangreiche und kostspielige Schulausstattung ihrer Kinder zum Schulanfang gar nicht oder nur unter sehr großen finanziellen Entbehrungen leisten.

Hier greift die „Aktion Schulranzen“ der in Fellbach ansässigen Humanus-Stiftung. Sie hat 2010 die Aktion Schulranzen ins Leben gerufen, dieses Jahr haben 211 Familien den Antrag gestellt, den einen pädagogisch wertvoll gepackten und für die künftigen Abc-Schützen auch in ihrem sozialen Umfeld elementar wichtigen Schulranzen kostenlos zu bekommen.

211 Familien haben den Antrag gestellt

Vergangene Woche war Übergabe in der Silcherschule in Fellbach. Diesen Standort hat Claus Reutter, ehrenamtlicher Vorstand und Stifter der Humanus-Stiftung und Initiator der Aktion Schulranzen gewählt, weil seine Stiftung ihren Sitz in Fellbach hat und die Silcher-Grundschule mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. Die Mehrzahl der Kinder – dieses Jahr wurden 211 Anträge gestellt – kommen nicht aus Fellbach.

„Die Brennpunktschulen sind im Stuttgarter Norden - Bad Cannstatt, Steinhaldenfeld, dem Hallschlag und Neugereut“, sagt Reutter. „Aus Sillenbuch gibt es keine Anfragen.“ Reutter ist stolz darauf in den zehn Jahren, die die „Aktion Schulranzen“ mittlerweile läuft, über 2 000 Kinder für ihren Start ins Schulleben ausgestattet zu haben. Auch am vergangenen Dienstag, als die Kinder ihre Ranzen zusammen mit den Eltern abgeholt haben hat er wieder ausschließlich in glückliche Kinderaugen geschaut und dankbare Eltern begrüßen können. Sie müssen mit einem Hartz IV-Bescheid die Bedürftigkeit nachweisen, das wird im Vorfeld geprüft.

Erst dann gibt es die Einladung für die Übergabe – dieses Jahr, aus Anlass den zehnjährigen Jubiläums verbunden mit einen dreigegliederten Parcours, wo die Kinder malen, raten und ihre Geschicklichkeit beweisen konnten. Auch eine Station mit Kinderschminken war eingerichtet und es gab – den heißen Temperaturen – Softeis und kühle Getränke. Da strahlte natürlich jedes Kind und schnallte sich schnell den grünen Dino—Schulranzen oder die pinkfarbene Version auf den Rücken. In diesem Jahr ist er, ebenfalls dem Jubiläum geschuldet, besonders reich gepackt.

Zur Erstausstattung für den Schulanfang gehören außer dem Ranzen ja noch weitere Utensilien etwa das Feder-Mäppchen mit dem ersten Füller, Schulhefte, Hefter, einen Brust- und auch ein Sportbeutel. Das alles und noch mehr ist im Schulranzen der Humanus-Stiftung. Nach vier Jahren geben die Kinder die Schulranzen wieder an die Stiftung zurück und Humanus führt sie dann einer zweiten Verwendung zu – wenn sie noch in gutem Zustand sind, schränkt Claus Reutter ein. Die Ranzen gehen Schulkinder aus Entwicklungsländern, etwa in Indien oder Afrika.

Das habe in den letzen Jahren sehr gut funktioniert. Die Eltern hier in Deutschland werden bereits bei der Übergabe davon informiert und dann nach vier Jahren diesbezüglich noch mal kontaktiert. „Damit verfolgen wir das Ziel, die Hilfsmittel zweifach sozial einzusetzen und die Kinder und Eltern zum pfleglichen Umgang mit dem Schulranzen und zum sozialen Denken zu erziehen“, erläutert Claus Reutter. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der tool24 gmbh in Fellbach.

 

 

Aktion Schulranzen

Die Anzahl der hilfsbedürftigen Erstklässlern liege allein in der Region Stuttgart jährlich bei rund 3000 Kindern, rechnet Claus Reutter vor. Er erreicht mit seiner Aktion jedes Jahr über 200. Auch in den kommenden Jahren will die Humanus-Stiftung, die Ende 2008 gegründet wurde, die Aktion Schulranzen fortführen.

Den entsprechenden Antrag für diese Erstausstattung ihrer Abc-Schützen können Eltern unter www.aktion-schulranzen.de herunterladen.