Eine neue Ausstellung in der Überkinger Straße 19 zeigt sechs Wochen lang in der ehemaligen Stadtmühle rund 180 Kunstwerke.

 

 

Der Evangelische Verein und Pro Alt-Cannstatt machen wieder gemeinsame Sache und haben sich für ihre dritte gemeinsame Ausstellung in der ehemaligen Stadtmühle das Thema „Stadtansichten“ ausgesucht. In der Ausstellung mit rund 180 Kunstwerken, die meisten aus Privatbesitz, erfahren die Besucher: „ So sehen Künstler Cannstatt“.

Olaf Schulze und Matthias Busch von Pro Alt-Cannstatt und Sabine Blank, Geschäftsführerin des Evangelischen Vereins, der im Gebäudekomplex der ehemaligen Stadtmühle betreutes Wohnen anbietet, sind überwältigt über die Resonanz auf ihren Aufruf. Vor einem halben Jahr haben sie damit begonnen, Bilder für die Ausstellung zusammenzutragen.

Rund 25 Leihgeber haben darauf reagiert, sind auf ihre Dachböden und in den Keller gegangen, haben die Wände in ihren Wohnstuben leer geräumt oder die in ihren Schlafzimmern. Aus dem Büro des Bezirksvorstehers stammt das Werk, das es als Titelbild auf den Flyer und das Plakat zur Ausstellung geschafft hat. Hermann Metzger hat in großem Format und mit Ölfarben die Wilhelmsbrücke als Motiv gewählt. Metzger ist einer der bedeutenden „Heimatmaler“ von Bad Cannstatt, er hat seine Motive in der historischen Altstadt gefunden. Er hat unter anderem die Marktgasse und auch den Marktplatz gemalt.

Beides Motive, die viele Künstler inspiriert haben. Verwunderlich ist für Olaf Schulze, dass beispielsweise vom Kursaal und der Wilhelma nur wenige Kunstwerke vorliegen. Dafür wird die Marktgasse oft dargestellt. Im Übergang von einem Ausstellungsraum in den nächsten wurde deshalb die Hängung so vorgenommen, dass der Betrachter den Eindruck hat, durch die Marktgasse zu gehen.

Die unterschiedlichen Per­spektiven lassen das zu und zeigen gleichzeitig auch den historischen Wandel, der dort stattgefunden hat. Manche Häuser gibt es nicht mehr, viele werden heute anders genutzt. 250 Kunstwerke sind den Ausstellungsmachern als Leihgaben überlassen worden. Zu viele, um alle in der Ausstellung hängen zu können. Nur für 180 hat der Platz gereicht. Mit ihnen wird ein Bogen von über 200 Jahren geschlagen. Das jüngste Kunstwerk ist im Jahr 2017 entstanden.

Es zeigt die Stadtkirche in einem blauen Abendlicht und wurde von einem griechischen Mitbürger gemalt. Alle Leihgaben gehen nach Ausstellungsende wieder zurück an die Leihgeber. Fast zu jedem Bild gibt es ein Geschichte oder Anekdote. Auf sie wird bei den Führungen, die jeweils am Samstag und Sonntag um 15 Uhr angeboten werden, eingegangen.

 

 

Stadtansichten

Die Ausstellung Stadtansichten „ So sehen Künstler Cannstatt“ wird in der Stadtmühle in der Überkinger Straße 19 in Bad Cannstatt bis einschließlich 28. Juli jeweils an den Wochenenden von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt gezeigt. Auch an Fronleichnam, 20. Juni, hat die Ausstellung geöffnet. Am Mittwoch, 17. Juli gibt es zusätzlich einen Vortrag von Olaf Schulze.