Bei der Luftreinhaltung in Stuttgart gibt es Fortschritte, die allerdings noch nicht ausreichend sind. Filtersäulen sollen nun auch an der Pragstraße helfen.

 

 

Von der Straße am Neckartor kennen die meisten Stuttgarter bereits die rund dreieinhalb Meter hohen Säulen, die Luft ansaugen, durch ein Filtersystem leiten und dann gesäuberter wieder nach außen geben.

„Der Pilotversuch am Neckartor hat die Landesregierung zuversichtlich gemacht“, so Michael Münter vom Referat Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität der Stadt Stuttgart. Aus diesem Grund hat man sich entschieden weitere Standorte, die stark von Luftverschmutzung betroffen sind, zu prüfen. Zwei weitere wurden nun festgelegt: Einmal in der Hohenheimer Straße und eben in der Pragstraße.

Insgesamt zehn Säulen werden auf den derzeitigen Parkierungsflächen entstehen. Die Säulen sollen sowohl Stickstoffdioxid als auch die Feinstaubwerte in der Luft verbessern. Laut Münter ist dies auch notwendig.

Denn zwar konnte man in den vergangenen Jahren die Anzahl der Überschreitungsüberstunden reduzieren: „Jedoch wird der Jahresmittelwert beim Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nicht eingehalten.“ Entsprechend gab es bei der Vorstellung der Säulen im Bezirksbeirat auch viel Kritik: „Warum setzt man nicht auf bewährte Methoden, um zum Beispiel den Zufluss des Verkehrs zu reduzieren, und damit die Luft zu verbessern“, so Peter Mielert von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. „Stattdessen, wird viel Geld in diverse Pilotprojekte gesteckt, von denen man überhaupt nicht weiß, ob sie funktionieren.“

Das Land investiert insgesamt fünf Millionen Euro: „Darin sind aber die beiden Standorte in Prager und Hohenheimer Straße inklusive einem in Heilbronn enthalten“, so Münter.  Die fünf Millionen Euro sollen auch bereits den Betrieb der Säulen für insgesamt drei Jahre sichern.

 

 

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