Ab Oktober soll es eine neue zusätzliche Möglichkeit geben, vom Cannstatter Wilhelmsplatz in die Stuttgarter Innenstadt zu gelangen: mit der Schnellbuslinie X 1.

 

 

Ein Bus in der Staustadt, um besser vorwärtszukommen? Laut Joachim Keller von der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) „eine attraktive Alternative“ - „für viele Umsteiger“, die über den Cannstatter Bahnhof oder den Wilhelmsplatz in die City gelangen wollen, ebenso „für Direktfahrer“. Und zudem offenbar schlicht eine nötige Alternative, um steigenden Fahrgastzahlen bei an Kapazitätsgrenzen stoßenden Stadtbahnen Herr werden zu können. Der Schnellbus soll Abhilfe schaffen, zumindest interimsweise, bis der Ausbau der Stadtbahnhaltestellen auf 80-Meter-Züge abgeschlossen ist, was laut Keller frühestens in fünf Jahren der Fall sein wird.

Die vom Gemeinderat 2017 im Rahmen des Bündnisses für Mobilität und Luftreinhaltung beschlossene Schnellbuslinie kann freilich nur erfolgreich sein, wenn die Fahrten staufrei gelingen, meinte David Hueber vom städtischen Tiefbauamt. Deshalb werden Signalanlagen verändert und Fahrspuren ummarkiert. Eine „ganz große Aufgabe“ - vor allem am Wilhelmsplatz, denn „die Kreuzung ist jetzt schon an der Grenze der Leistungsfähigkeit“, so Hueber. Und ab Dezember fährt dort auch noch die neue U 16 Fellbach–Giebel.

Um dem ÖPNV reibungslose Durchfahrt zu ermöglichen, soll die Grünphase für linksabbiegende Kfz-Fahrer verkürzt werden - dafür aber eine zweite Linksabbiegerspur eingerichtet. Unterm Strich kommen also gleichviele Fahrzeuge durch. Theoretisch. Laut Verkehrssimulation. Der zufolge die Situation am Platz überhaupt „in der Summe gleich bleibt“. Die Bezirksbeiräte sehen das Vorhaben skeptisch. Die Praxis wird’s zeigen.

 

Takt und Strecke

Die Schnellbuslinie X 1 soll ab Oktober montags bis freitags von 6 bis 20.30 Uhr im 5-Minuten-Takt vom Cannstatter Wilhelmsplatz über Charlottenplatz, Rathaus, Wilhelmsbau, Büchsenstraße und Kleiner Schlossplatz zum Hauptbahnhof fahren. Ein für die gesamte Strecke gültiges Kurzstreckenticket ist geplant.