Johannes Lutz und Christoph Lung haben in den Hängematten Kolumbiens eine Idee gehabt, die sie in kürzester Zeit zum erfolgreichen Start-up „Duschbrocken“ entwickelt haben.

 

„Mein Rucksack schäumt heute noch, wenn er nass wird“, lacht Christoph Lung. Erfahrungen, die man auf langen Reisen macht, wenn man versucht, immer noch ein Duschgel mit in den Rucksack zu quetschen. Denn desto länger man unterwegs ist, desto besser kann man sich reduzieren, entsprechend kleiner wird das Gepäck. Auf Hygiene für Haut und Haar zu verzichten, möchte man jedoch nicht.„Dabei ist das Auslaufen der Flasche noch das geringere Übel, beim Betrachten des Plastikmülls der bei einem Standard Duschgel allein für die Verpackung produziert wird“, sagt Lung. Zu dieser Erkenntnis sind Lung und Johannes Lutz auf ihrer Weltreise gekommen, die sie vollkommen unabhängig voneinander mit ihren Freundinnen 2017 gestartet haben. In Myanmar haben sie sich kennengelernt.

Acht Monate später in Mexiko haben sie sich wieder getroffen und sind dann gemeinsam nach Kolumbien weitergereist. „Wenn man mehrere Wochen gemeinsam unterwegs ist, redet man natürlich über unfassbar viele Sachen“, erinnert sich Lung. Sind irgendwann alle Reiseerlebnisse ausgetauscht, geht es auch um Themen, wie: Was machen wir eigentlich, wenn die Reise zu Ende ist. In Kolumbien sind Lung und Lutz zu dem Entschluss gekommen, dass Sie das Thema Hygiene auf Reisen nicht einfach auf sich beruhen lassen. „Wir haben uns vorgenommen, zu prüfen ob es eine nachhaltige und praktische Dusch-Lösung für Haut und Haar“, sagt Lutz. Falls nicht, wollen sie es selbst in Angriff nehmen.

Auf Reisen hat man oft Einfälle und Ideen: Kritisch wird es erst, wenn es darum geht, nach der Ankunft zu Hause, diese auch umzusetzen. Lung und Lutz haben jedoch nicht lange gezögert und sich direkt ans Werk gemacht. Gar nicht so leicht, wenn man bedenkt, dass Lutz Internationales Management und Lung Wirtschaftswissenschaften studiert haben. „Das chemische Grundwissen, war natürl ich eher beschränkt“, sagt Lutz. Entsprechend schwierig gestalteten sich die ersten Versuche. Freunde und Familie mussten als Versuchsobjekte herhalten, dazu viele Gespräche mit Experten auf dem Gebiet.

Innerhalb eines halben Jahres war der erste Duschbrocken geboren. Es sieht aus wie eine Seife, kann auch unverpackt wie eine überall hin mitgenommen werden, hat aber die Eigenschaften eines Duschgels und Haarshampoos. Nun startete der Teil des Prozesses, bei dem sich die betriebswirtschaftliche Ausbildung der beiden bezahlt gemacht hat. „Uns war von Anfang an klar, dass wir den Start des Projekts über Crowdfunding finanzieren“, sagt Lutz. Sprich, die Idee im Internet vorstellen und Geldgeber suchen: 5000 Euro in 30 Tagen war das Ziel. Was dann passierte, lässt die beiden immer noch Staunen. Innerhalb einer Stunde war das Geld zusammen, am Ende des Tages waren es 12 000 Euro, nach 30 Tagen über 50 000 Euro. Die Produktion konnte starten.

Was im Sommer 2018 im Keller von Lutz Elternhaus begann, wird heute in der Seifenmanufaktur Haag in Feuerbach produziert, und im Sparrhärmlingweg 41, auf dem Hallschlag, verpackt und verschickt. 200 bis 300 Duschbrocken gehen pro Tag raus, nach ganz Deutschland und ins deutschsprachige Ausland. „Mit den neuen Räumlichkeiten in Bad Cannstatt, können wir jetzt endlich der großen Nachfragen auch ohne lange Wartezeiten nachkommen.“ Zeit für eine neue Weltreise bleibt da aktuell natürlich nicht, neue Ideen über den Duschbrocken hinaus, sind aber schon in der Schublade.

 

Den „Duschbrocken“ käuflich erwerben und mehr zu den Machern und Hintergründen erfahren, kann man online auf www.duschbrocken.de.