Der Verein Schutzbauten Stuttgart lädt im Rahmen der Feuerbacher Kulturnacht an diesem Samstag von 18 bis 22 Uhr zur Sonderausstellung „Kriegsspielzeug im Wandel der Zeit“ ein.

 

 

Die Sonderausstellung im Tiefbunker am Bahnhof in Feuerbach findet ausschließlich an diesem Samstag statt. Rund 200 Exponate, angefangen mit Zinnsoldaten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs bis hin zu Elastolin-Ritterfiguren oder Starfighter-Modellen aus japanischer Produktion, dokumentieren den Einfluss des jeweiligen Zeitgeistes auf die Gestaltung von Kriegsspielzeug. „Militärspielzeug gab es zu allen Zeiten, nicht nur während des Nationalsozialismus“, betont Rolf Zielfleisch, 1. Vorsitzender von Schutzbauten Stuttgart. Auch aus der NS-Zeit gibt es einige Ausstellungsstücke.

Dazu gehören etwa ein selbst gebautes Holzspielzeug, das ein Eisenbahngeschütz mit Güterwagen darstellt, ein kleiner Holzpanzer mit Rädchen zum Hinterherziehen oder der Luftschutz-Bastelbogen des Reichsluftschutzbunds. „Das Radio-Sende-Spiel mutet aus unserer heutigen Sicht beinahe absurd an“, sagt Zielfleisch. Wer auf dem Spielfeld einst auf verbotene Sender wie Radio London oder Radio Moskau zog, musste eine hohe Strafe zahlen und flog raus.

Zu allen Zeiten, auch nach 1933, kamen die Ideen für das Militärspielzeug von der Spielzeugindustrie selbst, so Zielfleisch. Die erkannte ihre Marktchance und entwickelte Luftwaffenstrategiespiele, Panzer-Modelle zum Nachbauen oder auch BDM-Puppen. Auch das klassische Schiffe-Versenken gehört zum Militärspielzeug. Heutige Computerspiele wie etwa der Taktik-Shooter Counter Strike hält Zielfleisch für sehr bedenklich. „Die wirken ja noch viel subtiler“, meint er.

 

Tiefbunker

Letzter Einlass zur Sonderausstellung im Tiefbunker am Bahnhof in Feuerbach ist um 21 Uhr. Auch die Dauerausstellung „Die Entwicklung des Kalten Krieges“ ist am Samstag frei zugänglich. Der Eintritt ist kostenlos.