Im vergangenen Jahr wurde im Bezirksbeirat Feuerbach der Abendmarkt als neues Fest-Format vorgestellt. Für den Standort Kelterplatz gab es nun jedoch keine Zustimmung.

 

 

Den Abendmarkt gibt es bereits in anderen Stuttgarter Stadtbezirken, so etwa in Bad Cannstatt und in Untertürkheim. Nun soll neben Vaihingen auch Feuerbach als neuer Standort folgen. So jedenfalls regen es die Wirtschaftsförderung der Stadt, die den Abendmarkt bezuschussen möchte, die Stuttgarter Veranstaltungsagentur kmr, die das Fest organisieren würde, und der Gewerbe- und Handelsverein Feuerbach als künftiger Veranstalter an. Der GHV habe die Absicht, das soziale Leben im Stadtbezirk mit dem Fest attraktiver zu gestalten, so der FDP-Bezirksbeirat und GHV-Vorsitzende Jürgen Reichert. In Bad Cannstatt werde der Abendmarkt, der auf dem Marktplatz stattfindet, von der Bürgerschaft gut angenommen, betonte er. Damit sich die Veranstaltung rechnet und die Kosten für die Werbung finanziert werden können, soll der Abendmarkt an zehn Mittwochabenden zwischen den Oster- und Sommerferien stattfinden. Veranstaltungsende ist um 22 Uhr. Für das Bühnenprogramm, die Stände, die Möblierung und teilweise auch für die Bewirtung soll die Agentur sorgen. Örtliche Vereine, Händler, Gastronomen werden als Akteure mit eingebunden, so das Konzept.

Es gehe bei der Veranstaltung auch um die Belebung der Geschäftswelt im Feuerbacher Ortskern, so Bezirksvorsteherin Andrea Klöber. „Das wollen wir ja alle“, sagte sie. Reichert betonte, dass man vor allem die obere Stuttgarter Straße stärken wolle. Doch auch wenn die Bezirksbeiräte mehrheitlich dafür stimmten, den Abendmarkt mit einer Summe von 4 100 Euro zu bezuschussen, so wurden insbesondere wegen des geplanten Standorts auf dem Kelterplatz mehrfach Bedenken geäußert. Auch die Zahl von zehn Terminen kam dabei in die Kritik. Zahlreiche Anwohner waren in der öffentlichen Sitzung erschienen und äußerten ihren Unmut über eine zusätzliche Veranstaltung auf dem Kelterplatz. Kelterfest, Weihnachtsmarkt, Wochenmarkt, die bisherige Belastung sei schon genug, so die grundsätzliche Einstellung.

Auch der ehemalige stellvertretende GHV-Vorsitzende Peter Schmaus schlug während der „5 Minuten für Bürger“ den Grazer Platz als Alternative vor. Das Gremium stimmte schließlich mehrheitlich einem Antrag der SPD zu, wonach der GHV und die Agentur einen erneuten Suchlauf für einen alternativen Standort unternehmen sollen. Reichert erklärte, warum andere Plätze bislang als ungeeignet erschienen: Auf dem Wilhelm-Geiger-Platz fehlten die sanitären Einrichtungen und man müsse sich außerdem mit der SSB einigen. Das Roser-Areal habe man unter anderem wegen der Privatparkplätze verworfen. Auf dem Feuerbacher Festplatz sei man zu isoliert. Ein Fest dort würde nicht zur Belebung des Ortskerns beitragen, befand auch Bezirksvorsteherin Andrea Klöber. Auf dem Grazer Platz fehle die nötige Infrastruktur für ein Fest, noch dazu sei eine Sperrung der Stuttgarter Straße während der Rush- Hour nicht vertretbar. Damit würden außerdem die Kosten steigen, so Reichert. Hier signalisierte SPD-Sprecher Martin Härer die Bereitschaft, den Zuschuss bei steigenden Kosten für einen anderen Standort zu erhöhen.

Gabriele Heise (FDP), die den Kelterplatz zunächst „gut und geeignet“ fand, konnte die Bedenken der Anwohner nachvollziehen und stimmte ebenfalls für einen erneuten Suchlauf. Allerdings hält sie ebenso wie Reichert den Grazer Platz, den Wilhelm-Geiger- Platz, den Festplatz und das Roser-Areal für ungeeignet. Als neue Option kam der neu gestaltete Alte Friedhof zur Sprache. „Den Alten Friedhof könnte ich mir grundsätzlich vorstellen, aber eben vorbehaltlich der Prüfung, daher meine Zustimmung zum erneuten Suchlauf“, so Heise. Iris Gebauer von der Wirtschaftsförderung sieht den Abendmarkt als Chance für Feuerbach. „An dem Abendmarkt können sich die Feuerbacher Vereine, Händler und Gastronomen beteiligen“, sagte sie. Zum Standort Alter Friedhof könne sie nichts sagen. Aus ihrer Sicht wäre auch der Wilhelm-Geiger-Platz eine Alternative. „Nur kommen dort für die Toiletten zusätzliche 2000 Euro on top“. Geklärt werden müsse außerdem, ob man bis zum Veranstaltungsstart im Mai noch grünes Licht von der SSB bekommt.

Der Abendmarkt, ein neues Fest in Feuerbach, das aber nur stattfinden kann, wenn man auch einen geeigneten Platz dafür findet. In Bad Cannstatt findet der Abendmarkt auf dem Marktplatz statt, in Untertürkheim wird dafür die Straße am Bahnhof gesperrt.