Der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr des Deutschen Städte- und Gemeindebundes hat in Neuhausen getagt. Zentrale Themen waren der Ausbau des Breitband-Netzes sowie die Verkehrssicherheit von Geflüchteten. „Um Unfälle zu vermeiden, müssen Geflüchtete mit den Verkehrsregeln vertraut sein“, betont Bürgermeister Ingo Hacker.

 

 

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„Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung zur Teilhabe am öffentlichen Leben und ebenso für eine gelingende Integration. Wir haben hier in Neuhausen beispielsweise über WIN („Willkommen in Neuhausen“) das Angebot, gebrauchte, aber verkehrssichere Fahrräder an Flüchtlinge abzugeben, sogar eine eigene Fahrradwerkstatt wird betrieben.

So können die derzeit bei uns wohnenden Flüchtlinge zum Deutschkurs, zu Sportveranstaltungen oder zur Schule radeln. Damit die Geflüchteten mit den Verkehrsregeln vertraut gemacht werden und somit auch sicher unterwegs sind, gibt es nun das Programm „German Road Safety“, einer Applikation für das Smartphone, die in Deutsch, Englisch und Arabisch angeboten wird. Weitere Sprachen sollen hinzu kommen. Diese Initiative wird vom Ausschuss des Deutschen Städte – und Gemeindebundes unterstützt.“

Der Ausschuss tagte zum 46. Mal, die Herbstsitzung fand im ein paar Tage zuvor eingeweihten Schulungsgebäude der Firma Fanuc statt. „German Road Safety“ ist für Android und Apple iOS verfügbar und kann kostenlos in den App-Stores heruntergeladen werden. Die Themenbereiche werden aufgeteilt in öffentlichen Nahverkehr, zu Fuß unterwegs, Fahrradfahren sowie Auto und Motorrad. „Die Verkehrssituation in den Herkunftsländern ist eben doch ganz anders als hierzulande.“

Einmal mehr fordert Ingo Hacker auch den zügigen Ausbau des Breitbandnetzes. „Die Digitalisierung spielt in einer Gemeinde eine immer größere Rolle. Digitale Angebote entscheiden immer mehr über die Attraktivität eines Standortes. Ob für Unternehmen oder Familien.“ unterstreicht Ingo Hacker.

„Deshalb muss eine flächendeckende Versorgung mit dieser Infrastruktur das Zeil aller beteiligten Akteure – der Politik, der Unternehmen und der Kommunen sein. Ländliche Regionen inklusive. Dort können durch die Digitalisierung beispielsweise neue Arbeitsplätze entstehen. Die schnelle Übertragung großer Datenmengen ist für viele neue Start-ups, auch auf dem Land, zunehmend wichtig.“ sagt Neuhausens Bürgermeister. „Baden-Württemberg ist ein Flächenland mit einem breiten Mittelstand in ländlichen Regionen, da darf es keinen Standort – Nachteil geben.“

Ingo Hacker ist Ausschuss-Mitglied für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr des Deutschen Städte- und Gemeindebund. Zu den Hauptaufgaben des DStGB zählt die Vertretung der kommunalen Interessen gegenüber dem Bund und Europa. „Wir stehen in engem Kontakt zu Bundestag und Bundesrat sowie zur Europäischen Union“, fügt Timm Fuchs, Beigeordneter der kommunalen Infrastruktur aus Berlin an.