Nur leise dringt Stimmengewirr aus den Klassenzimmern. Ansonsten ist es ruhig während der Unterrichtszeit auf dem Platz zwischen Filum, Gotthard-Müller-Grundschule und Fleinsbach-Realschule. Noch. Bald sollen hier die Bagger anrücken und eine neue Gemeinschaftsschule bauen. Damit soll ein Campus Bernhausen entstehen.

 

 

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Von „einem großen Wurf“ spricht Erster Bürgermeister Andreas Koch, wenn es um die Weiterentwicklung des Schulareals Bernhausen geht. „Am großartigen Bildungsstandort Bernhausen wird es einen einzigartigen Campus geben: mit Gemeinschaftsschule, der Gotthard-Müller-Grundschule, der Fleinsbach-Realschule, den Sporthallen, dem Filum, dem Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Z sowie nicht zuletzt mit dem Eduard-Spranger-Gymnasium in der Nachbarschaft“, sagt Koch. Mit Einführung der Gemeinschaftsschule, die zum Schuljahr 2019/2020 in Betrieb geben soll, gebe es alle Schularten in Filderstadt.

Die Pläne stammen vom Büro Behnisch Architekten aus Stuttgart, Mitarbeiter Stefan Rappold erläuterte sie im Gemeinderat. Mit einem Abstand von zwei Metern zum verdolten Bachlauf des Schwendenbachs – der damit zu einem späteren Zeitpunkt auch mal freigelegt werden könne – werden das neue Gebäude der Gemeinschafts- und Grundschule errichtet. Zudem werden die Fleinsbachschule und die Gotthard-Müller-Halle umgebaut und saniert. Das neue Schulgebäude wird nicht nur Klassenräume enthalten, sondern auch für die anderen Schulen wichtige Funktionen übernehmen: Beispielsweise wird dort für alle eine Mensa eingerichtet, Pausenhöfe und Spezialräume angelegt. Im Erdgeschoss neben der Mensa sollen die Küche, Verwaltung, Fachräume sowie Universal-Technikräume eingerichtet werden. Im ersten und zweiten Geschoss fängt dann die eigentliche Gemeinschaftsschule an, erklärte Rappold. Dort soll es sogenannte Lernhäuser geben mit jeweils zwei bis drei Klassenzimmern, die jeweils durch einen Gruppenraum miteinander verbunden wären. Die dritte Etage biete schließlich Platz für weitere Lernhäuser, Fachklassen sowie die Bibliothek.

Prognostiziert waren dafür knapp 28 Millionen Euro – doch schon jetzt ist absehbar, dass die Kosten um etwa 3,5 Millionen Euro höher ausfallen werden. Klaus Heim, Leiter des Hochbauamtes, plädierte deshalb im Namen der Verwaltung für deutliche Einsparungen. Er sieht „viele Detailfragen noch nicht geklärt“, somit manches Einsparpotenzial noch nicht ganz ausgeschöpft.

Beispielsweise schlug er eine kleinere Gebäude-Nutzfläche als bisher geplant vor. Ebenso lasse sich in der Deckenstärke sowie im Bereich der Küche- und Haustechnik und am Mobiliar noch etwas reduzieren und einsparen. Dadurch könnten zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro eingespart werden, sagte Heim. Ziel sei der ursprünglich errechnete Kostenwert von knapp 28 Millionen Euro.

 

INFO

Mit drei Enthaltungen hat der Gemeinderat dem Vorentwurf für die weiteren Planungen am Bildungsstandort Bernhausen zugestimmt. Im Juni dieses Jahres soll der Baubeschluss gefasst werden. Zum Schuljahr 2019/2020 soll die Gemeinschaftsschule fertig sein und in Betrieb gehen.