Anlass für den Besuch von SOFIA ist eine Konferenz der Astronomischen Gesellschaft. Rund 250 Forscherinnen und Forscher aus aller Welt tagen dabei auf dem Campus Vaihingen.

 

 

Das Forschungsflugzeug SOFIA (Abkürzung für Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie) ist ab Sonntag, 15. September für einige Tage in Stuttgart zu Gast. Die umgebaute Boeing 747 SP (für Special Performance) mit einem 17 Tonnen schweren Teleskop an Bord ist weltweit das einzige fliegende Infrarot-Observatorium und eines der größten bilateralen US-deutschen Projekte zur Erforschung des Weltraums.

Es zählt zu den größten Drittmittelprojekten der Uni Stuttgart, die den wissenschaftlichen Betrieb von SOFIA in Deutschland koordiniert. Regelmäßig heben damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab, um zum Beispiel die Entstehung junger Sterne und Planetensysteme zu beobachten oder die Milchstraße zu untersuchen.

Am Sonntag, 15. September, landet die Boeing 747 SP in den frühen Morgenstunden auf dem Flughafen Stuttgart und fliegt am Freitag, 20. September, zurück auf ihre Basis in Kalifornien. Am Mittwoch, 18. September, hebt die fliegende Sternwarte kurz nach Sonnenuntergang vom Flughafen zu ihrem ersten, rund zehnstündigen wissenschaftlichen Beobachtungsflug über Europa ab. Dabei wollen die Wissenschaftler zum Beispiel die Umgebung des supermassiven schwarzen Lochs der Galaxie Markarian 231 im Sternbild Großer Bär untersuchen.

Diese Beobachtung ist nur mit SOFIA möglich. Kein anderes Observatorium kann Magnetfelder in diesem Wellenlängenbereich vermessen. Ein Vorteil an einem Flug über Europa ist, dass sich SOFIA nördlicher als in ihrer südkalifornischen Heimat befindet. Je näher an den Polen die Infrarotsternwarte fliegt, desto weniger Wasserdampf ist in der Atmosphäre über ihr vorhanden – und desto besser sind die Beobachtungsbedingungen. Für die Rückkehr am Donnerstagmorgen gegen 5.30 Uhr, kurz vor dem eigentlichen Betriebsstart des Stuttgarter Flughafens (6 Uhr), hat das SOFIA-Team eine Ausnahmegenehmigungvon der geltenden Nachtflugbeschränkung bekommen.

Teil der Konferenz der Astronomischen Gesellschaft im Pfaffenwald ist ein öffentlicher Vortrag am Donnerstag, 19. September, 20 Uhr, im Hospitalhof, Büchsenstraße 33, Stuttgart. Unter dem Titel „Blick ins versteckte Universum – Highlights der fliegenden Sternwarte SOFIA“ berichtet Dr. Harold Yorke, Direktor SOFIA Science Mission Operations, über Neuentdeckungen von SOFIA.

 

 

SOFIA

Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Finanziert aus Mitteln des Bundes,  des Landes und der Uni Stuttgart. Wissenschaftlicher Bereich:   Deutsches SOFIA Institut (DSI) der Uni Stuttgart, auf amerikanischer Seite  Universities Space Research Association (USRA). Deutsche Instrumente finanziert von: Max-Planck-Gesellschaft, Deutsche Forschungsgemeinschaft  und  DLR.