Der Sachstandsbericht des Schulverwaltungsamts zur Zukunft der Steinenbergschule hat den Bezirksbeirat Hedelfingen verärgert.

 

 

Bereits 2011 begann der „Schulentwicklungsprozess“ am Standort Steinenberg und darf sich entsprechend auf seinen ersten runden Geburtstag freuen. Doch mit Freude hat der Prozess aus Sicht des Bezirksbeirates aktuell nichts zu tun: Erreicht wurde nichts, die Verwaltung verharrt scheinbar in einem Dornröschenschlaf, formuliert das Gremium in einem parteiübergreifenden Antrag scharf. Denn obwohl das Schulverwaltungsamt den Bedarf an rund 70 Gymnasialplätzen im Schulbezirk Oberer Neckar anerkannt, passiere nichts. Für den Bezirksbeirat Hedelfingen ist das Verhalten des Schulverwaltungsamts in Bezug auf den festgestellten Bedarf an Gymnasialplätzen schlicht Arbeitsverweigerung.

Der aktuell scharf formulierte Antrag resultierte aus dem Sachstandsbericht des Schulverwaltungsamtes, den Bezirksvorsteher Kai Freier in der Februarsitzung des Bezirksbeirates verlas: Ziel für den Schulcampus Steinenberg sei eine gymnasiale Präsenz, die das Amt in Form einer Außenstelle des Wirtemberg-Gymnasiums einleiten wolle. Der Weg dahin führe über die Schaffung einer gemeinsamen räumlich-pädagogischen Konzeption. Daraus resultiere dann ein räumliches Gesamtkonzept für beide Schultypen, welches die Grundlage für bauliche Planungen sei. Sind diese abgeschlossen, kann der Aufbau und Umzug einer Außenstelle des Wirtemberg-Gymnasiums geplant und terminiert werden. Soweit so gut. Der Haken für den Bezirksbeirat ist jedoch die angedachte Zeitschiene des Schulverwaltungsamtes.

Die konkreten baulichen Planungen sollen erst 2024 in Angriff genommen werden. Zuvor ist angedacht die Räume interimsweise für die Wilhelmschule Wangen zu nutzen, während dort Sanierungsarbeiten stattfinden. Den Bezirksbeirat verärgert vor allem die Tatsache, warum nicht bereits parallel zur Interimsnutzung ein Raumprogramm für die neu einzurichtende Schule erstellt wird. „Wenn die Stadtverwaltung dazu nicht willens oder zeitnah in der Lage ist, können diese Vorplanungen auch an externe Konzeptentwickler vergeben werden“, fordert das Gremium in seinem Antrag.

Eine Nutzung der Steinenbergschule als vorübergehender Auslagerungsstandort für andere Schulen darf die Weiterentwicklung des Standorts Steinenberg nicht über Jahre behindern, so die Begründung. Der Schulstandort Hedelfingen benötige jetzt schnell eine Machbarkeitsstudie, die neben dem bestehenden Schulstandort der Steinenbergschule auch andere alternative Standorte einbezieht. Halte man am jetzigen Zeitplan fest, komme ein Baubeginn erst 2027 in Betracht, dies sein für den Bezirksbeirat so nicht hinnehmbar.

 

 

Zukunft Steinenberg

Aus Teilen des Bezirksbeirat und Bürgern bildet sich zudem nun der Förderverein Schulcampus Hedelfingen, um die bestehenden Initiativen zu koordinieren und zu vernetzen. Der Termin zur Vereinsgründung steht bereits fest: Am Samstag, 14. März 2020 um 14 Uhr im Bürgerhaus Hedelfingen, Hedelfinger Straße 163.