Zwischen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum, aber auch anderen Religionen können Passagiere am Flughafen nun wählen – mit dem Gebetomat.

 

 

Ein roter Automat im Gatebereich im Terminal 3 des Flughafens Stuttgart lenkt seit vergangenem Donnerstag Blicke auf sich. Ein Rückzugsort für Gestresste, Gläubige oder auch Neugierige soll er sein: Der Gebetomat. 300 Gebete in 65 Sprachen stehen zur Auswahl. Auch, ob das Gebet vorgesungen oder -gesprochen werden soll, entscheidet der Nutzer per Klick auf den Bildschirm.

„Viele Passagiere finden den Gebetomat lustig, manche auch schräg, aber die Reaktionen sind bislang alle positiv“, sagt Flughafen-Sprecher Johannes Schumm. Grund für dessen Aufstellung, die bislang auf drei Monate beschränkt ist, sei eine Anregung der Airport Seelsorge gewesen. „Der Automat dient den Passagieren als ein Ort, an dem sie in sich gehen können“, erklärt Schumm.

Die Grundidee für diesen kompakten Rückzugsraum hatte ein Initiator namens Oliver Sturm im Jahr 1999 auf einem New Yorker U-Bahnsteig. Dort sah er einen verkümmerten Automaten zwischen vielen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und sozialer Herkunft. Dass aus diesem Automaten Gebete kämen, war seine Vorstellung, die er schließlich umsetzte. Seither finden sich an ausgewählten, öffentlichen Orten die akustischen Automaten. Damit sich der Nutzer tibetanische Mönchsgesänge, Korangebete oder Gebete von Schamanen aus Neu-Guinea in seiner Sprache anhören kann, ist eine Übersetzungs-Option eingebaut.

 

So funktioniert's:

Nachdem der Automat betreten und der Vorhang geschlossen ist, klickt der Nutzer auf das im Bildschirm erscheinende Menü. Die Gebete sind nach Religionen geordnet. Per Klick wird eines ausgewählt, das dann in der Kabine erklingt. Es können auch mehrere Gebete angehört werden. Die Nutzung ist kostenlos und bislang auf drei Monate beschränkt. Mehr unter www.gebetomat.de.