Die fünfte Tour von VVS und  Wochenblatt führt die Gewinner nach Leinfelden-Echterdingen.  Nach einer Stadtführung in Echterdingen blicken die Teilnehmer  hinter die Kulissen des Flughafens.

 

 

Schon 1797 schrieb Goethe bei einer Durchreise, Echterdingen sei ein „wohlgebaut, heiter Dorf“.  Darauf sind die Bewohner heute noch stolz. Viele verbinden mit Echterdingen  den Stuttgarter Flughafen und die Messe.  Doch es lohnt  sich, neben dem Airport auch einmal einen Blick auf den schönen Ortskern  zu werfen und mehr über das Städtchen zu erfahren.

Mit Stadtführer Wolfgang Haug  geht es für die Teilnehmer  der fünften „60 plus Tour“ von VVS und Stuttgarter Wochenblatt einmal quer durch Echterdingen  – auf den Spuren der Vergangenheit. Haug bezeichnet sich als „Eigengewächs“ – hier   ist er geboren und aufgewachsen.

„Filder kommt von Felder“, erklärt er. Landwirtschaft sei hier schon immer ein wichtiger Faktor gewesen. „Hier liegt kostbarer Boden.“   Die Teilnehmer erfahren: Um 1900 waren die Filder das größte zusammenhängende Krautgebiet.
Auch vom Viehhandel zeugen noch viele alte Höfe, die eine Einheit aus Wohnhaus, Scheune und Nebengebäuden bilden. „Einige der  Gebäude werden derzeit restauriert“, erklärt Haug.

Die Sommersonne brennt derweil unermüdlich  –  der Stadtführer hat vorgesorgt und einen Teil des Rundgangs ins städtische Museum verlegt. Hier wartet neben kühlen Getränken   eine besondere Überraschung: Haug zeigt sich in traditioneller Echterdinger Tracht. Heute trage man das 200 Jahre alte „Häs“ nur noch   zu bestimmten Anlässen. Bei fröhlichen Festen mit  silbernen Knöpfen, bei traurigen Anlässen mit schwarzen. 

Haug hat die silbernen Knöpfe eingefädelt und greift zum Akkordeon. Alle stimmen ins „Filder-Lied“ aus dem Jahr 1925 ein.

Nach einer Stärkung  in der  Echterdinger Ratsstubn steigt die Gruppe wieder in die S-Bahn und fährt eine  Station weiter – ihr Ziel: der Stuttgarter Flughafen. Empfangen werden sie von Flughafenführer Franz Reich.

Im „Sky Office“ stimmt ein Kurzfilm die Teilnehmer  auf ihren Rundgang ein, bevor es  losgeht. Die  nächsten zweieinhalb Stunden führt Reich die Gruppe dorthin, wo „normale Fluggäste“ nicht hinkommen.    Reich, der viele Jahre als Ingenieur beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) tätig war, erklärt: „Stuttgart hat zwölf Millionen Fluggäste im Jahr.“  12 000 Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Was viele nicht wissen: Die Angestellten gehen durch eine separate Sicherheitskontrolle –   durch die dürfen heute auch die Teilnehmer der VVS-Tour.

„Jeder, der aufs Flugfeld geht, wird kontrolliert – auch Besucher“, so Reich. Eine Besonderheit: „Stuttgart hat als einer der wenigen großen Flughäfen nur  eine Start-und-Lande-Bahn. Wir fertigen trotzdem genauso viele Flüge ab wie Flughäfen, die beispielsweise drei Landebahnen haben –  Schwaben halt.“

Mit einem elektrischen Bus fährt die Gruppe über den Flugplatz, während Reich durchs Mikrofon in die Runde fragt: „Wer weiß, wie der Treibstoff für Flugzeuge heißt?“  Die Teilnehmer wissen Bescheid: „Kerosin!“ Fernab der Passagierflugzeuge reihen sich Privatflugzeuge  in allen Farben und Größen aneinander.  Die kleineren sind mit Seilen am Boden befestigt – damit der Wind sie nicht wegweht. „Die Parkgebühr für die Privatflugzeuge beginnt bei 400 Euro im Monat“, sagt Reich.

Nach einem kurzen Schwenk zur Flughafenfeuerwehr machen die Teilnehmer einen Selbstversuch: An der Lärm-Mess-Stelle“ testen sie,  wie viel Dezibel sie gemeinsam schaffen. „Schreien Sie  alles raus!“, ermuntert Reich.  Die Gruppe kommt auf ganze 99 Dezibel. Im Vergleich dazu: Ein Flugzeug erzeugt bei der Landung gerade mal  80 Dezibel. „Das zeigt, wie leise Flugzeuge heutzutage sind“, so Reich.

Als Erinnerung  bekommen die Teilnehmer noch ein Poster vom Flughafen. Alle sind sich einig:  Trotz der Hitze war es ein  Tag voller spannender Eindrücke, den sie so schnell nicht vergessen werden.

 

 

Verlosung eines Seniorentickets

Unter allen Teilnehmern der Touren wird ein VVS-Senioren-Ticket im Wert von 560,40 Euro verlost.
Menschen ab 65 Jahren oder ab 60 Jahren mit Rentenbescheinigung fahren damit kostenlos und rund um die Uhr  im gesamten VVS-Netz (2. Klasse).