Vor vier Monaten sind rund 50 000 Fische im Max-Eyth-See gestorben. Nun hat die Stadtverwaltung erste Maßnahmen vorgestellt, wie es mit dem See weitergehen soll.

 

In den ersten Septembertagen hat sich eine Naturkatastrophe in Stuttgart abgespielt, die die unterschiedlichsten Gremien und Ämter in Stuttgart noch eine Weile befassen wird. Rund 50 000 Fische sind im Max-Eyth-See verendet, weil der See nicht mehr genug Sauerstoff im Wasser hatte. Nicht das erste Mal, dass es in dem künstlich angelegten See zu solchen Problemen kam, bislang hat man es aber immer durch Notfallmaßnahmen geschafft, das große Fischsterben zu verhindern. In diesem Jahr nicht: Nun stellt sich die Frage, wie es mit dem Max-Eyth- See und vor allem seinem Fischbestand weitergehen soll – die Katastrophe Anfang September wirft viele Fragen auf. Erste Antworten gab es nun im Bezirksbeirat Mühlhausen:„ Es sollen zunächst insgesamt 1,3 Millionen Euro investiert werden“, so Jürgen Mutz vom Tiefbauamt Stuttgart. Dieses Geld verteilt sich auf verschiedene Maßnahmen.

 

Fix geplant ist unter anderem die feste Installation von drei Belüftungsanlagen, die bei schlechten Werten sofort Anlaufen können. Ein weiteres Problem war, dass der See bislang keinen Ablauf hat. „Darum konnte nur Frischwasser zugeführt werden, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist“, so Anne Heuring, von der Abteilung Sachgebiet Gewässer und Brunnen der Stadt Stuttgart. Dies soll sich ändern. Entsprechend soll eine feste Wasserableitung installiert werden, sodass durchgängig Frischwasser zugeführt werden kann. „Die Maßnahme wird im Juni 2020 fertig gestellt“, so Heuring. Bis dahin soll eine provisorische Pumpe für einen Ablauf sorgen.

 

Weitere Maßnahmen, die zu dem bereits beschlossenen Paket gehören, sind die Installation eines stationäres Sauerstoff-Messgerätes im See, ein Fischbiologisches Gutachten darüber, welche Mengen und welche Arten von Fische zum See passen, die Fortschreibung des Konzepts zur Seesanierung von 2008, sowie weitere Nährstofffällungen Heuring betonte jedoch auch: „Trotz der Maßnahmen gibt es keine Garantie, dass so etwas nie wieder passiert.“ Entsprechend will es die Stadt nicht bei den Maßnahmen belassen: Weitere befinden sich aktuell in der Prüfung: Dazu gehören die Prüfung eine weitere Erhöhung der Wasserzuleitung, die Ansiedlung von Wasserpflanzen, die Entschlammung des See, die Schaffung eines Vorbeckens oder eines Klärsee, sowie einer Phosphoreliminationsanlage. Ob und wann wieder Fische in den See eingesetzt werden ist noch völlig unklar.

 

In den 1920er Jahren wurde in Hofen Kies in einer zunehmend wachsenden Grube abgebaut. Diese Fläche ist der Ursprung des heutigen Max-Eyth-Sees. 1935 entstand daraus dann Stuttgarts größter See im Zuge der Kanalisierung des Neckars.