Nagold ist eine Reise wert – Die Gewinner der VVS-Seniorenticket-Aktion verbrachten einen wunderbaren Spätsommertag in Nagold.

 

 

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Da staunten die Wochenblatt-Leser nicht schlecht, als sie an der Nagold in Nagold von zwei gut gelaunten Stocherkahnfahrern begrüßt und zum Schippern mit dem Stocherkahn auf der Nagold eingeladen wurden – so schön wie in Tübingen! Bestes sonniges Spätsommerwetter hatten die Gewinner der VVS-Senioren-Ticket-Aktion gleich mitgebracht. Insgesamt wollten 1400 Leser einen der vier Ausflüge gewinnen, die das Stuttgarter Wochenblatt und der VVS als Gewinnspiel ausgeschrieben hatten. Der erste Ausflug ging nach Kirchheim, der zweite ins Mercedes-Museum und in die Mercedes-Benz-Arena (das Wochenblatt berichtete) und jetzt der dritte eben ins wunderschöne schwäbische Städtchen
Nagold am Rande des Schwarzwaldes – und am Rande des VVS-Gebiets.

Punkt 9.05 Uhr machten sich die Ausflügler mit der S-Bahn (S 1) auf Richtung Herrenberg und ließen sich auch vom Schienenersatzverkehr zwischen Böblingen und Herrenberg nicht aufhalten. Dann ging es weiter mit dem Schnellbus nach Nagold, mitten
hinein ins Städtchen zum dortigen ZOB. Knapp eineinhalb Stunden dauert die Reise mit dem VVS. Das Highlight: die Stocherkahnfahrt! 2012 war in Nagold die Landesgartenschau – und das sieht und spürt man überall: Alles ist tipptopp in Schuss und
hergerichtet, tolle Spielplätze und Anlagen direkt an der Nagold, wunderschöner Blumenschmuck überall in der Innenstadt. Dr. Hartmann, im wirklichen Leben ein praktizierender Hausarzt, stocherte mit einem Kollegen die Wochenblatt-Leser in zwei Stocherkähnen – original nach Tübinger Vorbild von einem Tübinger Bootsbauer gebaut – ruhig über die seichte und klare Nagold, Gitarrenständchen inklusive. Die zwei Stocherkähne sind circa fünfmal die Woche im Einsatz, erzählt Hartmann. Und was Tübingen kann, bekommt Nagold jetzt umso besser hin. Die Wochenblatt-Leser jedenfalls waren von der Stocherkahnfahrt begeistert, auch wenn der Ein- und Ausstieg für manchen Teilnehmer – die Damen waren hier in der Überzahl – eine wackelige Angelegenheit war.

Mit knurrendem Magen ging’s zum gutbürgerlichen Mittagessen weiter in die Gaststätte Zum Bahnhof. Der VVS ließ sich nicht lumpen und bezahlte das Essen und ein Kaltgetränk. Frisch gestärkt wurden die Ausflügler dann von Stadtführerin Cornelia Hildebrandt-Büchler in Empfang genommen, die den 18 Teilnehmern mit zum „Galopp durch die Jahrhunderte“ durch Nagold mitnahm: Nagold schaut auf eine 2500-jährige Geschichte zurück, angefangen bei den Kelten, den Römern bis zur Burgruine Hohennagold, das heutige Wahrzeichen der Stadt. Das älteste Gebäude ist die Remigiuskirche, die schon die Alemannen 720 aufbauten. 786 wurde Nagold das erste Mal urkundlich erwähnt. Später herrschten hier die Pfalzgrafen aus Tübingen, dann die Grafen zu Hohenberg. Die Nagolder Obervogtei hatte eine große Bedeutung für die Umgebung. Heute leben in Nagold 23 000 Einwohner.

Der mittelalterliche Kern mit vielen wunderschönen Fachwerkhäusern ist höchst sehenswert. Durch Holz aus dem Schwarzwald und Schafzucht bildete sich hier ein Schwerpunkt für Tuch- und Zeugmacher und Möbel, bis 1993 waren die „Calwer Decken“ weltberühmt, Rolf Benz hat hier seinen Sitz genauso wie Polstermöbel Schwab oder die Weltfirma Häfele für Möbelbeschläge. Im imposanten Fachwerkgebäude Altes Oberamt ist heute die Polizei untergebracht. Hier weilte auch Herzog Carl Eugen gerne während der Jagd in seinem Apartment unterm Dach – Mätressen inklusive. Nach einem Besuch des Brunnens der „wüschden Urschel“ – der Legende nach ein blitzwüstes Mädchen, das allerdings über ein sehr gutes Herz verfügte – brachte ein Eiskaffee-Besuch den Nagold-Ausflug zum wunderbaren Abschluss, bevor es wieder mit Bus und S-Bahn zurück gen Stuttgart ging. Allen Gewinnern hat der Nagold-Tag sehr gut gefallen: „Für einen Tagesausflug war das ideal“, „Es war toll, so schön, vielen Dank“, „Es war ein gelungener Tag, und so gut organisiert“ lauteten die Reaktionen. Nagold ist ganz bestimmt eine Reise wert!