Manchmal geht es auch in der deutschen Bürokratie schnell: Keine sechs Wochen ist es her, da konnten die Bürger in einer voll besetzten Sängerhalle ihre Ideen für die künftige Gestaltung des Neckarufers im Lindenschulviertel einbringen. Nun haben das Planungsbüro und die Stadtverwaltung bereits ihre Pläne vorgestellt. Und auch mit der Umsetzung könnte es schnell gehen.

 

 

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In zwei Phasen haben Planungsbüro und Stadt ihre Pläne eingeteilt. Ein erster Teil, der möglichst sofort umgesetzt wird und ein weiterer, der zunächst zurückgestellt wird, aber eventuell im Zuge des Masterplans für Untertürkheim, bereits in wenigen Jahren wieder angepackt wird. „Die Stadt stellt jetzt sofort Mittel in Aussicht, die wir auch möglichst nutzen sollten“, so Hendrik Porst, vom zuständigen Planungsbüro. „Klar ist aber auch, für einen Teil der Ideen brauchen wir länger Zeit und auch mehr finanzielle Mittel.“

Von einer Öffnung des Dammes, die noch bei der ersten Bürgerbeteiligung vor wenigen Wochen im Raum stand, hat man Abstand genommen. „Die Auflagen und Kosten für den Hochwasserschutz wären nicht zu bewältigen“, erklärt Porst. Stattdessen möchte man mit der Anhebung des Platzes vor der jetzigen Anlegestelle den Platz näher bringen. Entlang des Dammes arbeitet der Planer mit einem sehr simplen Trick. Statt wie bislang durch einen langsam abfallenden Hang von Damm in Richtung Straße soll nun eine kleine Mauer direkt an der Straße den Höhenunterschied wettmachen. „Der Damm wird dadurch breiter und kann zum Beispiel für mehr Bäume und Sitzmöglichkeiten genutzt werden“, so Porst. Ein Konzept, dass sich vom Ölhafen bis in Richtung Wehr durchziehen soll. In den Planungen für die erste Phase hat man sich dann zunächst auf das Gebiet zwischen Ecke Lindenschulstraße und Brücke über den Neckarkanal konzentriert.

Direkt am Wasser soll ein Holzsteg entlang des Dammes angelegt werden. Dieser hat den Vorteil, dass der Zaun oben auf dem Damm entfernt werden kann und die Schräge zum Wasser als Liegefläche genutzt werden kann. Direkt an der jetzigen Anlegestelle sollen große Steinstufen Sitzgelegenheiten bieten und eine Rampe ans Wasser führen. Dem Steg vorgelagert ist ein weiterer längerer Steg, der nicht nur als Anlegestelle, sondern auch als Sitz- und Liegemöglichkeit dienen soll. Ein vielfach geäußerter Wunsch war zudem der Betrieb eines Kiosks oder Café. „Da es sehr schwierig ist, hier einen Betreiber zu finden, haben wir uns für eine sehr flexible Lösung entschieden“, so Porst. Es sollen Anschlüsse und Leitungen verlegt werden, um mobilen Essensangeboten einen Platz zu bieten. „Foodmarkets sind sehr im Kommen und es gibt da die verschiedensten Anbieter“, so Porst. Vor allem sei dies sehr geeignet, da außerhalb der warmen Monate nur mit wenig Kundschaft zu rechnen ist. „Darüber hinaus soll es Platz für mehrere Schiffe geben, sodass auch Restaurant- oder Kulturschiffe zeitweise anlegen können.“

Der vorhandene Spielplatz soll zum neu entstehenden Platz in Richtung Lindenschulstraße geöffnet werden. Am Verkehrskonzept ändert sich vorerst nichts, auch werden die Parkplätze nur rund um den Platz eingeschränkt: „Wie es aber jetzt bereits in Teilen eigentlich so ist“, so Porst.

Zu größeren Veränderungen könnte es in einer zweiten Phase kommen. Dann nämlich könnte sich Porst vorstellen, die Straße entlang des Neckars zwischen Lindenschulsstraße und Ölhafen komplett für den Autoverkehr zu sperren und nur mit einem Radweg eine Art Park entstehen zu lassen. „Hier sind aber noch weitere vorbereitende Planungen von Nöten“, so Porst. Zunächst gilt es sowieso den ersten Schritt zu gehen, und hierfür ist der weitere Zeitplan durchaus ambitioniert. Am Dienstag, 28. Juni, sollen die Pläne sowohl im Bezirksbeirat Untertürkheim als auch im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderates vorgestellt werden. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir uns bereits im Jahr 2018 auf dem neuen fertig gestellten Steg treffen“, so Planer Porst zuversichtlich.