Wie sehr die Untertürkheimer schon jetzt ihren Neckar mögen, sieht man, wenn man am Ufer entlang des Lindenschulviertels spaziert: Sobald nur wenige Sonnenstrahlen hervorblitzen, ist die kleine Treppe zum Anlegesteg belegt: Von Schülern, Studenten oder Pärchen. Und das, obwohl der augenblickliche Zustand nicht gerade zum Verweilen einlädt. Ein Ort mit viel Potential.

 

 

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„Die Sonneneinstrahlung und die Sichtachsen sind ideal“, bringt Hendrik Porst vom zuständigen Planungsbüro die Expertensicht mit ein, die dem Spaziergänger so vielleicht gar nicht bewusst ist. Um die Zukunft des Lindenschulviertels möglichst ideal zu planen hat die Stadtverwaltung die Experten für die Planungen und die Experten für das Lindenschulviertel, die Anwohner, an einen Tisch gebracht: Beim öffentlichen Workshop zur „Aufenthaltsqualität am Neckarufer“ in der Sängerhalle.

Bereits 2012 hat der Bezirksbeirat in einem Workshop zur Zukunft Untertürkheims die Wichtigkeit des Neckarufers und des Lindenschulviertels hervorgehoben. Und diese Punkte sollen nun angegangen werden: Die Vorarbeit haben Stadtverwaltung und Planungsbüro bereits übernommen, nun sollten also die Meinungen der Bürger mit einfließen. Die waren durchaus vielfältig – und das, obwohl die Liste der Vorgaben lang ist. Radwegführung, Hochwasserschutz, Rettungsgassen, Badeverbot im Neckar, Parkplätze und noch viele weitere Punkte gilt es zu beachten. „Eine grundlegende Frage ist: Soll der Damm eingeschnitten werden oder nicht?“, so Porst. Und die über 100 Teilnehmer am Workshop haben gezeigt: für beide Varianten gibt es durchaus Argumente. Klar wurde definitiv: die Untertürkheimer haben Lust auf ihren Fluss. Und wenn es mit dem Baden nicht klappt, dann vielleicht mit Tretbooten oder einem Hausboot samt Restaurant und Pool.

Die Stadtverwaltung hat mit Planungen aus anderen Städten den Workshop „Input“ gegeben, an denen man sich oftmals orientiert hat, es wurden aber auch komplette neue Ideen eingebracht: Eine Überdeckelung des Kanals für Gastronomie, Urban Gardening, Fitnessgeräte, schwimmender Kiosk.

Bereits vor dem Workshop wurden via Fragebogen über 600 und bei einem Planer-Nachmittag knapp 300 Schüler und Jugendliche nach ihren Bedürfnissen gefragt: Spielgeräte, Sportmöglichkeiten und Plätze zum „Chillen“ waren hier hauptsächlich beliebt, aber auch Themen wie mehr Sauberkeit und mehr Natur.

Bei aller Fantasie wurden auch Fakten nicht außen vor gelassen, die die Kreativität möglicherweise abbremsen: Wie kann eine Planung aussehen ohne die direkten Anwohner zu stören, wie kann der Raum belebter werden, ohne die Parksituation zu verschärfen? Vielleicht mit einem Parkhaus im Bereich vor dem Inselbad? Wo sollen die Glascontainer künftig stehen? Diskutiert wurden auch ganz grundlegende Fragen: Ob man das Planungsgebiet nicht erweitern könne, um den Bereich des Inselbad oder das Ufer unterhalb des Wehrs.

In die nächste Runde der Bürgerbeteiligung geht es am Dienstag, 7. Juni. Dann sollen konkrete Varianten vorgestellt werden, in die auch die Ideen des Workshops geflossen sind. Im Bezirksbeirat soll dann in der Sitzung vom 28. Juni ein Beschluss gefasst werden. Unterstützt auch der Gemeinderat die Vorschläge der Verwaltung so könnte mit dem nächsten Doppelhaushalt 2018/2019 bereits das Projekt umgesetzt werden.