Am 17. Mai wird der Pfarrbrunnen am Wangener Friedhof eingeweiht – an gleicher Stelle wie im Jahr 1350.

 

Gut Ding will Weile habe: Rund 11 Jahre hat es sich von der ersten Idee im Jahr 2006 bis zur Umsetzung gezogen. Andererseits: Was sind schon elf Jahre im Vergleich zur fast 700-jährigen Geschichte des Brunnenstandorts. Im Jahr 1350 wurde das Pfarrhaus in Wangen gebaut. „Und der Pfarrer hat natürlich Wasser gebraucht“, so Martin Dolde, Wangener Ortschronist zur Geschichte des Brunnens, der ein sehr langes unscheinbares Dasein geführt hat.

Im Jahr 1921 musste er dann einem Kriegerdenkmal weichen. Nur wenige Jahre später, 1936, wurde ein neuer Brunnen, gemeinsam mit einem Heldendenkmal von den Nationalsozialisten an anderer Stelle angefertigt. Dieser Brunnen rottet an eher versteckter Stelle bis heute vor sich hin. Ursprünglich war laut Dolde, 2006 die Idee, diesen Brunnen wieder zu reaktivieren: Allerdings hat sich an der Stelle des alten Brunnens etwas getan. Wegen des Baum- und Buschbewuchses musste die alte Wehrmauer am Friedhof erneuert werden. In diesem Zusammenhang sind nicht nur drei Tannen und Gebüsch entfernt worden, sondern auch das inzwischen fast komplett zerstörte Kriegerdenkmal.

„So ist die ursprüngliche Stelle des Brunnens wieder frei geworden“, sagt Dolde. Das Kriegerdenkmal ist inzwischen mit der Gedenkstelle für die Opfer des Zweiten Weltkrieges zusammengelegt worden. „Die Stelle hatte also wieder die Gestaltung, wie vor 100 Jahren“, sagt Dolde – und so das Potenzial wieder Platz für einen Brunnen zu bieten. Da der Brunnen auch als Wasserstelle für den Friedhofs benutzt werden kann, hat das Garten- Friedhofs- und Forstamt sich bereit erklärt die Wasserleitungen in Stand zu setzen. Die restlichen Kosten der insgesamt 40 000 Euro sind durch private Spenden zusammen gekommen.

 

Einweihung

Die Einweihung des neuen Pfarrbrunnens an historischer Stelle vor der Michaelskirche findet am Mittwoch, 17. Mai, um 16 Uhr statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.