Der Seeblickweg hat den Ruf, eine Strecke zu sein, auf der gern Tempo überschritten wird. Im Dezember hat die Stadtverwaltung eine Kontrolle durchgeführt und ist zu einem anderen Ergebnis gekommen.

 

 

Insgesamt 18 Tage hat das Amt für öffentliche Ordnung im Dezember eine mobile Blitzanlage im Dezember aufgestellt. „Es wurde in beide Richtungen kontrolliert“, sagt Ralf Bohlmann, Bezirksvorsteher von Mülhausen, und dabei sind interessante Resultate ans Licht gekommen – die nun auf unterschiedliche Art und Weise interpretiert werden können. Insgesamt haben rund 190 000 Autos in dem Zeitraum die Straße passiert, davon etwa 103 000 in Richtung Benzenäckerstraße und 86 000 Autos in Richtung Zuckerbergstraße. In Richtung Benzenäcker wurden knapp 800 Autos wegen Geschwindigkeitsüberschreitung „geblitzt“ in Richtung Zuckerberg 931.

Der Großteil der Verstöße hat sich im Bereich einer einfachen Ordnungswidrigkeit befunden, also eine Überschreitung von 20 Kilometer pro Stunde und darunter. „Das sind knapp 0,91 Prozent der durchfahrenden Autos“, so Bohlmann. Als Vergleich führt der Bezirksvorsteher die Ergebnisse bei üblichen Kontrollen durch mobile Blitzer auf: „Normalerweise fahren bei mobilen Kontrollen rund 6,5 Prozent der Autofahrer zu schnell.“ Zahlen, die im Bezirksbeirat Mühlhausen mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurden. Einerseits sind die überraschend niedrigen Zahlen natürlich ein Grund zur Freude: „Andererseits sind so lang angelegte Kontrolle natürlich auch schwierig, da nach dem ersten Tag die Autofahrer ihre Geschwindigkeit natürlich anpassen“, so Jana Schuster von der SPD-Fraktion. „Interessant wäre der prozentuale Vergleich nach dem ersten Tag der Kontrolle“, hieß es aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Reiner Hofmann von „Die Linke“ hätte sich zudem gewünscht, dass die Statistik auch nach Tages- und Nachtzeiten gegliedert hätte werden müssen. „Wenn es Stau gibt, wird natürlich nicht gerast.“ Vonseiten der Stadtverwaltung ist die Folge aus den lang angelegten Kontrollen zunächst, dass keinerlei Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Verkehrssituation im Seeblickweg in irgendeiner Weise zu verändern oder anzupassen.

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