Seit 1. März obliegt der Kunsthistorikerin die Leitung der Stuttgarter Museumsfamilie.

 

 

„Beruflich wie privat bin ich eine vielseitig interessierte Frau, die sich den Dingen erst einmal offen nähert, bevor sie ein Urteil fällt. Allerdings neige ich dazu, alles 120-prozentig erleben zu wollen.“ Wie zum Beweis berichtet Christiane Sutter begeistert von Urlaubsreisen in nordische Länder, deren Erkundung sich zu einer Art Steckenpferd gemausert hat.
Dann kommt sie auf ihr Faible für Stadtgeschichte zu sprechen.

„Die Entwicklung jeder Stadt ist ein Spiegel regionaler wie überregionaler Geschehnisse, die auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene ihren Stempel hinterlassen haben. Dennoch ist jede Geschichte ganz und gar einzigartig. Das fasziniert mich.“

In die Wiege gelegt wurde ihr die Begeisterung für Stadthistorie nicht, wohl aber die für Kunst und Geschichte im Allgemeinen. Denn die gebürtige Karlsruherin stammt aus einer belesenen, museums­affinen Familie. Dennoch macht sie sich als frischgebackene Abiturientin die Berufswahl nicht leicht. „Wegen der mäßigen Jobaussichten habe ich statt Kunstgeschichte zunächst BWL studiert.

Das erwies sich als schlechte Entscheidung, die sich aber glücklicherweise korrigieren ließ“, lächelt sie bei der Erinnerung.

Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und ein Hauch Glück führen sie dann  nach Stuttgart. Als Leiterin der Museumsfamilie fühlt sich die 39-Jährige am rechten Platz, umfasst die Aufgabe doch gleich fünf Häuser mit ganz unterschied­lichen Ausrichtungen und Schwerpunkten. Eine große Verantwortung, doch das schreckt sie nicht, sie fühlt sich gut vorbereitet. „Während meiner Tätigkeit als Koordinatorin für ehrenamtliche Mitarbeiter am Technoseum Mannheim habe ich viel Personalerfahrung sammeln können.

Organisatorische und administrative Aufgaben sind mir dank meiner wissenschaftlichen Mitarbeit am Oberhausmuseum in Passau vertraut.“

Die Prise Expertise, die es beispielsweise im Bereich Öffentlichkeitsarbeit noch braucht, stellt für Sutter eher eine Herausforderung denn ein Grund für Bauchschmerzen dar. „Ich halte persönliche Weiterentwicklung generell für etwas Wünschenswertes.“ Entspannung findet sie unter anderem beim Bogenschießen oder Joggen; darüber hinaus lässt der bekennende Mittelalter-Fan vergangene Zeiten in möglichst authentischer Weise im Rahmen sogenannter Reenactments wiederauferstehen.

Sutter freut sich besonders auf die Konzeption neuer Ausstellungen und Veranstaltungen, die ebenfalls in ihren Aufgabenbereich fällt. Nach nur drei Monaten ist es für konkrete Planungen zu früh, doch die Richtung steht bereits fest: ein Mix aus Altbewährtem und Neuem. „Zum einen möchte ich Dauerausstellungen wie ‚Panorama Cannstatt‘ stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Andererseits stelle ich mir vor, zukünftig vermehrt Themen und Aspekte aufzugreifen, die noch nicht so bekannt sind. Das StadtPalais stellt diesbezüglich ein gutes Vorbild dar.“