Mit seiner „Kesselliebe“ verbindet der Jungwinzer erfolgreich Qualität und Fantasie, Tradition und Heimatliebe.

 

 

Christoph Kern ist vom Weinbauverband Württemberg vor wenigen Tagen zum „Jungwinzer des Jahres 2018“ in Württemberg gekürt worden. Wer Christoph Kern zum ersten Mal begegnet, kommt wahrscheinlich gar nicht auf die Ideen, einem vielversprechenden Jungwinzer gegenüberzustehen. Sportler, mag so mancher denken; jemand, der körperlich schwer arbeiten muss. Zumindest Letzteres stimmt, denn das Tagwerk in der Weinbereitung verlangt ihm einiges ab: viel Arbeit, wenig Freizeit, noch weniger Urlaub. Kern winkt ab: „Ein reiner Schreibtischjob wäre nichts für mich. Ich bin ein Macher, arbeite gerne selbstständig und eigenverantwortlich.“

Um sich auf Weinbau einzulassen, müsse man allerdings wirklich viel Leidenschaft für das Produkt mitbringen, räumt er ein, und tatsächlich liebäugelt auch der naturwissenschaftlich interessierte Kern nach dem Abitur zunächst mit anderen Professionen. Dass er sich schließlich entscheidet, in die Fußstapfen seiner Vorfahren zu treten, ist nicht der Tatsache geschuldet, dass er den Rebensaft praktisch in die Wiege gelegt bekam, sondern ehrlicher Überzeugung: „Wein ist Kultur, Genuss, Lifestyle. Folglich ist er in allen Bereichen meines Leben präsent.“

Sollte der studierte Wirtschaftsingenieur einmal nicht im Keller werkeln, findet man ihn entweder im heimischen Musikverein, wo er im Orchester Trompete spielt, beim Sport oder gemeinsam mit Freunden überall da, wo Wein eine Rolle spielt. Besonders wenn es um eine spezielle Weinlinie geht, fangen Kerns Augen an zu glänzen und er kommt ins Erzählen – von seinem Ehrgeiz, als Nachwuchswinzer im Traditionsbetrieb seiner Eltern eigene Produkte zu entwerfen; von der Idee, mit seinen Kreationen gezielt einen neuen Kundenkreis anzusprechen; von dem Bedürfnis, seine Verbundenheit mit der Heimat in Worte zu fassen.

„Kesselliebe“ heißt das Ergebnis seiner Anstrengungen, eine Edition, die sechs Weine aus verschiedenen Stuttgarter Lagen umfasst und deren Name er als Hommage an seine Heimatstadt verstanden wissen will. „Der Begriff Kessel in Bezug auf Stuttgart ist ja oft negativ besetzt. Man denkt eben an Feinstaub, Mietwucher und Ähnliches, doch andererseits gedeihen an den Hängen des Kessels wunderbare Rebsorten.“ Überhaupt hat der 30-Jährige bei seiner ersten Edition die Fantasie spielen lassen: Seine Erzeugnisse haben so vielversprechende Namen wie Neckarkarpfen, Ross Solitude oder Wasn Hasn und jedes kommt mit einer ganz eigenen Story daher.

„Jeder Wein erzählt eine kleine Geschichte, die sich um lieb gewonnene Orte in Stuttgart rankt. Das Rössle als Wappentier schlüpft dabei in die Gestalt ganz besonderer Fabelwesen, die mit ihren Wesenszügen das Weinprofil unterstreichen.“ Aus Rössle plus Wahrzeichen Fernsehturm entstand beispielsweise das Turmrössle, ein fruchtiger Rosé mit blumigem Bukett. Tipp: Die Kesselliebe-Weine gibt es in der familieneigenen Vinothek in Rommelshausen, darüber hinaus im Kaufhaus Mitte, in der Weinhandlung Wein-Moment sowie in ausgewählten Bars und Restaurants.