Die Pflege-Direktorin am Klinikum Stuttgart sieht die Sicherung der Pflege als maßgebliche Herausforderung.

 

 

Welche Charaktereigenschaften zeichnen Claudia Pfefferle, die Direktorin für Klinische Prozesse und Pflege am Klinikum Stuttgart, aus? Gradlinig sei sie, ziel- und ergebnisorientiert, erklärt Pfefferle. „Ich schätze konstruktives Miteinander und habe ganz allgemein Freude an der Arbeit.“ Dass sie darüber hinaus die Dinge gerne selbst in die Hand nimmt, zeigt die Vita der gelernten Krankenschwester.

„Irgendwann kommt der Punkt im Leben, an dem sich jeder fragt, in welche Richtung die berufliche Laufbahn gehen soll. Ich fühlte mich als Krankenschwester wohl, wollte aber gerne mehr Verantwortung übernehmen und vor allem den Bereich der Pflege aktiv mitgestalten.“ Nach Weiterbildungen zur Heim- und Pflegedienstleitung absolviert Pfefferle ein Studium der Sozialwissenschaften, macht Qualitäts- und Personalmanagement zu ihren Schwerpunkten. Sie leitet das Qualitätsmanagement der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH, übernimmt später den Bereich Unternehmensentwicklung und Pflegemanagement.

Seit Anfang November letzten Jahres ist die 48-Jährige nun am Klinikum Stuttgart und fühlt sich am rechten Platz: als Direktorin für Klinische Prozesse und Pflege und Mitglied der Krankenhausleitung definiert, evaluiert, initiiert und optimiert sie interne Abläufe, um gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen, und entwirft Szenarien als Vorbereitung für kommende Engpässe. „Es geht darum, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen, damit das bestehende Angebot ausgebaut und dem Bedarf angepasst werden kann.“ Pflegekräftemangel heißt das Stichwort, das Pfefferle klar in den Fokus stellt. „Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt, denn Gesundheit ist ein Vertrauensgut. Um die ärztliche und pflegerische Qualität unserer Einrichtung zu sichern, brauchen wir Konzepte, die die angespannte Situation nachhaltig verbessern.“

Ansätze wie familienorientierte Arbeitszeiten, eine Erweiterung der Ausbildung und zügige Wiedereinstellung nach Elternzeit würden bereits umgesetzt, daneben trügen bauliche Maßnahmen und das derzeit in Bearbeitung befindliche Projekt „Digitale Krankenakte“ zur Zeiteinsparung und Optimierung der Arbeitsabläufe bei. Angst ob der großen Verantwortung, die sie für rund 3500 Mitarbeiter hat, ist ihr fremd: „Ich bin ja nicht alleine, sondern habe das große Glück, über sehr kompetente Kollegen zu verfügen, mit denen ich in enger Abstimmung zusammenarbeite.“

In ihrer neuen Position hat sich die gebürtige Thüringerin, die Baden-Württemberg seit fast 30 Jahren ihre Heimat nennt, gut eingelebt, wobei die herzliche Aufnahme wertvolle Hilfe leistet. Ihre Beziehung zur Landeshauptstadt wird sie weiter intensivieren, doch derzeit hat die Mutter eines erwachsenen Sohnes ihren Wohnsitz noch in Heilbronn. „Ich freue mich darauf, Stuttgart nach und nach zu erkunden. Schon jetzt gefällt mir die Vielfalt der Stadt, die Atmosphäre, die von vielen unterschiedlichen Menschen geprägt wird.“