Der Binder-Optik-Chef hat das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der BRD verliehen bekommen.

 

 

Eine außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit, ein Brückenbauer zwischen den Kulturen, ein erstklassiger Networker in allen Bereichen, seine Ehrenämter und Auszeichnungen füllen Ordner und Vitrinen: Jetzt wurde Dr. Helmut Baur, Senior-Chef von Binder Optik – jeder kennt den Werbejingle „Bin bei Binder“ –, im Dezember auf Vorschlag von Ministerpräsident Kretsch­mann durch Bundespräsident Steinmeier das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Der Orden wurde durch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut im Hotel Schlossgarten in Stuttgart feierlich überreicht (im Bild rechts mit Helmut und Gabriele Baur). Der 76-jährige promovierte Diplom-Kaufmann ist geschäftsführender Gesellschafter der Binder Optik GmbH. 1941 in Böblingen geboren, absolvierte er eine Ausbildung zum Juwelier und Augenoptiker, 1968 studierte er BWL an den Unis in Stuttgart, Fribourg und Nürnberg. „Das normale Abitur war mir nicht vergönnt, weil meine Eltern mich nach der mittleren Reife wieder vom Gymnasium nahmen, damit ich zunächst einen „ordentlichen Beruf“ lerne“. Die wenigsten seiner Bekannten wussten, dass er später das Hochbegabten-Abitur in Tübingen ablegte, als er schon studierte. Und selbstverständlich kann Helmut Baur nach wie vor eine Brille anfer­tigen und perfekt anpassen.

„Das habe ich ja gelernt und den Beruf doch einige Jahre ausgeübt. Den Mitarbeitern muss man ja auch zeigen können, dass der Chef weiß, wovon er spricht“, sagt er. Sein privater Lebensmittelpunkt ist inzwischen Maichingen. Stuttgart war für ihn auch immer „Heimat“, denn hier leben seine Verwandten. „In Stuttgart habe ich ein großes Netzwerk und viele private Kontakte“, so Baur. Seit zehn Jahren gibt es für die Baurs einen weiteren privaten Lebensmittelpunkt: Mallorca. „Man fühlt sich hier wie zu Hause, nur das Wetter ist viel besser und der Feinstaub nicht zu spüren“, sagt er schmunzelnd.

1975 gründete Helmut Baur zusammen mit seiner Frau Gabriele – hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine erfolgreiche Frau – die Binder Optik GmbH in Böblingen mit heute über 50 Fachgeschäften in Süddeutschland. Immer mit dem Ziel, der hochwertigste Optiker unter den Filialisten zu sein. „Wir haben zügig eine Filiale nach der anderen eröffnet, wollten aber immer die Übersicht behalten und in Süddeutschland bleiben.“ 2011 ist Sohn Dominic ins Unternehmen eingestiegen und leitet es mittlerweile. Gabriele Baur ist für das attraktive Sortiment zuständig, Dominic Baur für innovative Vertriebsstrategien.

Seit 1992 ist Baur zudem Honorarkonsul von Malaysia für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland. 2005 wurde er vom König sogar in den malaysischen Adelstand erhoben mit dem Ehren­titel Datuk. Seit 2008 ist Baur zudem Vorstandsmitglied des renommierten Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft/Berlin. Neugier im besten Wortsinn treibt Helmut Baur an: „Mich hat immer eine neue Sicht der Dinge interessiert“, beschreibt er eines seiner Erfolgs­rezepte. Und wie schafft man das alles? „Etwas früher aufstehen und etwas länger schaffen hilft.“ Er lacht. Sein großes Hobby ist, neben Reisen (möglichst nach Asien, wo er sich wirklich auskennt) vor allem leidenschaftlich Fotografieren, etwas Golf und bis vor wenigen Jahren auch die Privatfliegerei. Leidenschaftlich interessiert ihn die Gastronomie, gutes Essen und guter Wein. Seit über 40 Jahren ist er Mitglied bei der weltberühmten „Chaine des Rotisseurs“, auch Mitglied verschiedener Weinbruderschaften.

Engagement für Sport – er unterstützt aktiv die Sportvereinigung Böblingen und viele mehr – und die Ausbildung junger Menschen an der Hochschule waren ihm immer ein Anliegen. „Am meisten liegt ihm jedoch der Tierschutz am Herzen. Dank Helmut Baur gibt es keine Schildkrötensuppe mehr und auch der Verkauf von Schildpatt in Deutschland, z. B. für Brillengestelle, wurde verboten. „Aber das hat viel Mühe, Zeit und Aufwand gekostet, ich stand Anfang der 80er vor Gericht in Trier, angeklagt wegen Aufruf zum Boykott von Schildpatt.“ Zeit seines Lebens engagiert sich Helmut Baur für Tierschutzvereine und kämpft für den Erhalt bedrohter Tierarten. Mit seiner „charmanten Intensität“ hat Helmut Baur stets seine Ziele verfolgt und durchgesetzt – immer Unternehmer, nie Unterlasser.