Zum vierten Mal erhält Facharzt für Orthopädie und Rheumatologie den „Top-Mediziner“ für Fußchirurgie.

 

 

Auf dem Schrank steht das anatomische Modell eines Fußes, gegenüber haben allerlei orthopädische Hilfsmittel Platz gefunden. Vorsichtig nimmt Michael Gabel, Chefarzt des Fußzentrums der Sana Klinik Bethesda in Stuttgart, einen Therapie-Schuh herunter. Signifikante Entwicklungen bei der Behandlung von Fußbeschwerden wie auch auf dem Gebiet der Prothetik und Orthetik ermöglichten eine gezielte Hilfe wie nie zuvor, erklärt der zum vierten Mal vom „Focus Gesundheit“-Fachmagazin „Topmediziner“ für Fußchirurgie Ausgezeichnete. „Ich bin dankbar, dazu beitragen zu können.“

Der Grundstein für Gabels Berufsweg wird früh gelegt, nicht zuletzt durch den Vater, einen Orthopädieschuhmacher. Obwohl auch Gabel junior die „Arbeit mit den Händen“ reizt, zögert er, in des Vaters Fußstapfen zu treten. Der Sanitätsdienst bei der Bundeswehr bringt nicht nur den erhofften Aufschub, sondern führt zur Entscheidung, Medizin zu studieren. „Ich wusste von Anfang an, dass ich operieren wollte. Die Spezialisierung wiederum ist sicher auch auf meinen Vater zurückzuführen.“

Der Assistenzarztzeit folgt die Spezialisierung als Facharzt zum Fußchirurgen und die Weiterbildung zum Rheumatologen. Seit 2014 leitet Gabel das Fußzentrum in Stuttgart, wo er sich am rechten Platz fühlt: „Im Mittelpunkt steht das Bestreben, gemeinsam mit dem Patienten die optimale Therapie zu finden. Dafür setzen wir unter anderem auf inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit. Das erfordert entsprechende Kapazitäten, die uns aber glücklicherweise zur Verfügung stehen.“

Kraft und Motivation schöpft der 54-Jährige aus kleinen Begebenheiten im Alltag: die Freude über Behandlungserfolge, das unerwartete Lob eines Patienten. Vor allem aber ist ihm bewusst, dass die Möglichkeit, die eigene berufliche Situation ohne Furcht vor etwaigen Konsequenzen gestalten zu können, weniger Selbstverständlichkeit als Luxus darstellt. Der Preis ist dennoch hoch – weder für die Familie noch für eigene Interessen bleibt bei stets vollem Terminkalender viel Zeit.

Entspannung und Ausgleich findet der gebürtige Bad Mergentheimer in der Kunst. Neben regelmäßigen Besuchen in Museen und Ausstellungen lässt er auch gerne der eigenen Kreativität freien Lauf. „Ich schätze die Herausforderung, Gedanken und Ideen, die ein Thema in mir wachruft, gestalterisch umzusetzen.“ Mit einer Handbewegung weist er auf ein Triptychon, Resultat der Auseinandersetzung mit der Frage, ob und inwieweit sich Glaube in Schwarz-Weiß-Denken manifestiert, und erzählt, dass er für dieses sogar angefangen habe, selbst Papier zu schöpfen.

Tatsächlich entpuppen sich bei näherem Hinsehen die meisten Kunstwerke in der Fußklinik als „made by Gabel“ – eine ebenso breite wie facettenreiche Fächerung von Stil und Ausdruck. Der Kreis zwischen Arzt und Künstler schließt sich beim Blick auf die Wand des Wartezimmers, wo ein Kunstwerk aus bunt lasierten orthopädischen Leisten prangt.