Der Unternehmer im (Un-)Ruhestand ist auch mit 85 Jahren noch in seinem Unternehmen präsent.

 

 

Vor wenigen Wochen (am 18. April) feierte Hans Peter Stihl seinen 85. Geburtstag. Er ist immer noch persönlich haftender Gesellschafter der Stihl Holding AG & Co. KG. Unter seiner Leitung entwickelte sich Stihl zu einer inter­national erfolgreichen Unternehmensgruppe und zum Weltmarktführer für Motorsägen. Hans Peter Stihl – ein echtes Stuttgarter Kind – adelte das Stuttgarter Wochenblatt einmal in einem Grußwort als „Mercedes der Anzeigenblätter“, worauf das Wochenblatt natürlich immer noch recht stolz ist. Hans Peter Stihl wurde 1932 in Stuttgart geboren. Sein Vater, Andreas Stihl, gründete 1926 ein Ingenieurbüro und entwickelte Motorsägen, die bald die Waldarbeit revolutionieren sollten. Die Nachfrage nach den Sägen stieg und das Büro wuchs zu einer stattlichen Maschinenfabrik.

Bevor Hans Peter Stihl 1960 in diesen väterlichen Betrieb eintrat, absolvierte er ein Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule Stuttgart. Er schloss als Diplom-Ingenieur ab, und schnell wurde ihm Verantwortung in der Firma übertragen: Stihl übernahm die Leitung der Abteilung „Fertigung und Konstruktion“, 1966 wurde er Mitglied der Geschäftsführung und verantwortete die Bereiche Entwicklung, Materialwirtschaft, Produktion und Organisation. 1971 wurde er neben seinem Vater persönlich haftender Gesellschafter. Gemeinsam mit seiner Schwester Eva legte Stihl in den 70er Jahren den Grundstein für den internationalen Fertigungsverbund und die weltweite Vertriebsorganisation, die die Stihl-Gruppe bis heute auszeichnet. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einem Global Player. Seit 1971 ist Stihl die meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt. Am Erfolg der Firma ließ Stihl auch die Belegschaft teilhaben – und das gilt noch bis heute.

Am 1. Juli 2002 zog sich Stihl nach 36 Jahren mit seinen Geschwistern aus der operativen Geschäftsführung zurück und übertrug die Unternehmensleitung einem familienfremden Vorstand. Die Familie Stihl wechselte in den Beirat und Aufsichtsrat, wo unter dem Vorsitz von Hans Peter Stihl von nun an die wichtigen strategischen Entscheidungen getroffen wurden. Am 30. Juni 2012 legte er den Vorsitz beider Ämter nieder. Die Nachfolge übernahm sein Sohn Dr. Nikolas Stihl. Stellvertretende Beiratsvorsitzende blieb seine Schwester Eva Mayr-Stihl. Neben seinen unternehmerischen Tätigkeiten engagierte sich Stihl auch ehrenamtlich. Zum Beispiel war er von 1988 bis 2001 Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT). In diesem Amt trat er für eine starke Selbstverwaltung der Wirtschaft ein und baute das weltweite Netz der Auslandshandelskammern (AHKs) beträchtlich aus.

Seit 2002 vertritt er die Republik Singapur als Honorarkonsul und seit 2004 als Honorargeneralkonsul in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Zudem war er in zahlreichen Unternehmen als Aufsichtsrat und Beirat tätig, u. a. bei IBM Deutschland, Bosch und der Südwestbank. Stihl erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Dazu zählen u. a. das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern (2002), die Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg in Gold (2007), der Preis „Soziale Marktwirtschaft“ der Konrad-Adenauer-Stiftung (2009) und die Dieselmedaille in der Kategorie Beste Innovationsleistung (2012). Noch heute, mit 85 Jahren, ist Stihl im Unternehmen präsent. Er kommt jeden Tag ins Büro, das er sich immer noch mit seiner Schwester Eva Mayr-Stihl teilt, und geht in der Kantine essen. Hans Peter Stihl bleibt dem Unternehmen, das sein Vater vor über 90 Jahren gründete, fest verbunden.