„Wer alles gibt, kann alles erreichen“, so die Erfahrung des Schauspielers und Extremsportlers.

 

 

Was bringt einen Mann dazu, freiwillig durch Eiswasser zu tauchen, mit schweren Rucksäcken auf dem Buckel durch Schlamm zu robben und zentnerschwere Reifen durch Wüstensand zu schubsen? Für Markus Ertelt keine Frage: „Der Reiz des Neuen macht das Leben spannend. Ich suche Herausforderungen, je härter, desto besser“, sagt er und zuckt mit jungenhaftem Grinsen die Schultern, um gleich darauf ernster nachzulegen: „Es geht darum, sich Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen.“ Mit Erfolg, auf der Liste der erfolgreich abgehakten Wettkämpfe fehlt weder „World’s Toughest Mudder“ noch „Showdown – Die Wüstenchallenge“.

Doch Muskeln allein nützten wenig, die mentalen Voraussetzungen spielten eine ebenso große Rolle, weiß Ertelt, der so gar nicht dem Klischee vom hirnlosen Muskelprotz entspricht. „Es fällt schwer, sich über Stunden zu konzentrieren oder bei Fehlern nicht in Panik zu verfallen. Routine hilft, aber auch der feste Glaube an sich selbst.“ Überrascht und erfreut stellt der 40-Jährige, der längst als Extremsport-Opa gilt, fest, dass gerade sein Vorbild in vielen Älteren die Motivation weckt, sich selbst wieder sportlich zu betätigen.

Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen und Willensstärke kommen Ertelt in seinem Beruf als Schauspieler ebenfalls gut zupass. Obgleich der gebürtige Stuttgarter, der sportlich-kämpferische Schurkenrollen wie im Bollywood-Actionfilm „Shivaay“ favorisiert, bereits im Kindesalter von einer Karriere als Mime träumt, stellt sich schnell heraus, dass nicht alles an dem Traumberuf auch traumhaft ist. „Nach der Ausbildung wird man einfach auf den Markt geworfen. Man muss sich der Konkurrenz stellen, kassiert Absagen und Vertröstungen. Das ist hart, vor allem wenn man Familie hat.“ Die Schattenseiten, das sind Dürreperioden, in denen das Geld dennoch weiter fließen muss; Zweifel an den eigenen Fähigkeiten, wenn Rollenangebote ausbleiben; die Notwendigkeit, sich selbst immer wieder neu zu erfinden. Zwar hat der zwei­fache Vater dank seiner Sportlererfahrungen gelernt, derartige Phasen auszuhalten und am Ball zu bleiben, sie haben ihn aber auch gelehrt, wie vorteilhaft ein zweites Standbein sein kann.

„Mit Freunden habe ich 2012 die Gettingtough GmbH gegründet. Nächstes Jahr veranstalten wir insgesamt vier Events, darunter wieder „The Race“ in Rudolstadt, einen Extrem-Hindernislauf, bei dem einige Tausend Leute um den Sieg kämpfen“, so der Mitinhaber und Geschäftsführer. Einer festen Rolle im Fernsehen wäre er dennoch nicht abgeneigt; auch als Moderator bei Sportevents kann sich Ertelt sehen, einige interessante Anfragen gibt es bereits. Darüber hinaus gehört seine Zeit der Familie, besonders seinen dreijährigen Zwillingsmädchen. Beide zeigten schon deutlich sportliche Veranlagung, wenngleich in ganz unterschiedlicher Weise, erzählt der Vater mit stolz­geschwellter Brust. „Die eine hat es mit dem Laufen, die andere mit der Kraft.“