Parallel zur Neuauflage des ersten Kommissar-Eisele-Bands des Comic-Zeichners nimmt ein neuer Fall Gestalt an.

 

 

Freis zeichnerische Karriere beginnt bereits im Kindesalter: Als Zwölfjähriger kreiert er Cartoons für die Schülerzeitschrift, entwirft eine eigene Batman-Story. Er untermauert Talent mit technischem Know-how, erforscht unterschiedliche Genres, experimentiert mit Stilen – so lange, bis die zeichnerische Bandbreite von Comic bis zum Cartoon, von realistischen Darstellungen bis zur Karikatur reicht. Der Traumberuf ist gefunden, doch braucht es zwei Glücksfälle, um im Metier Fuß zu fassen: die Begegnungen mit dem Regisseur und Produzenten Fred Breinersdorfer und Fritzle.

„Breinersdorfer sagte in einem SWR-Interview ganz nebenbei, dass ihm als neues Projekt ein Comic vorschwebe. Ich habe das zufällig gehört und ihm eines meiner Science-Fiction-Alben geschickt.“ Die Wahl trifft voll ins Schwarze, doch es kommt noch besser: Als „Tatort“-Kommissar Schimanski sich von der Mattscheibe verabschiedet, sorgt Freis Zeichenstift für ein Comeback als Comic-Figur; zur selben Zeit schlüpft sein Krokodil Fritzle aus dem Ei und wird Maskottchen des VfB.

Seit über 30 Jahren bannt der gelernte Grafikdesigner die Abenteuer von Comicfiguren wie Laternjack, Gregor Ka, Kommissar Eisele, Schimanski und Alfred E. Neumann, besser bekannt als „MAD“-Titelgesicht, auf Papier. Langweilig wird es ihm trotzdem nicht. „Es war keine bewusste Entscheidung, aber tatsächlich wollte ich nie etwas anderes machen“, gibt der heute 54-Jährige mit bescheidenem Lächeln zu. Comics als Beruf und Berufung – dass beides zutrifft, beweisen nicht nur zahlreiche lose Blätter, auf denen Freis neueste Entwürfe prangen, sondern auch ein bis zum Platzen mit entsprechender Lektüre vollgestopftes Regal. „Ich bin aber auch gerne in der Natur oder flaniere über die Königstraße“, erklärt der Dunkelhaarige schmunzelnd. Und ab und zu, wenn Frei an seinem Schreibtisch sitzt, ein Cover entwirft oder ein Kinderbuch illustriert, bricht sich eine neue Idee Bahn. Dann dürfen sich Comic-Fans auf neue Abenteuer von Eisele, Gregor Ka & Co. freuen.

Zwar pflegt Frei laut eigener Aussage bezüglich seiner Figuren keine Präferenzen, doch liegen ihm die Geschichten um Kommissar Eisele, dem alternden Stuttgarter Kriminalisten, und seiner jungen Assistentin aus dem vom Schietwetter gebeutelten Norden, besonders am Herzen. In ihnen verknüpft er Stadtgeschichte mit Heimatverbundenheit, zeichnerische Vielfalt mit fesselnden Storys, kurz: Sie sind eine Hommage an Freis Geburtsstadt.

„Im ersten Eisele-Fall habe ich die Geschichte um Anna Sutter und Aloys Obrist als Aufhänger genommen. Mir fiel nämlich auf, dass die Leute zwar Sehenswürdigkeiten wie den Schicksalsbrunnen kennen, aber nicht unbedingt die Hintergründe, die daran gekoppelt sind.“ Mittlerweile gibt es drei mörderische Kurzgeschichten um das Nord-Süd-Duo; der erste Band wurde komplett in Farbe, größerem Format und überarbeitet neu aufgelegt.