Der Autor hat mit seinem Krimi „Wasenknaller“eine spannend-ironische Hommage auf Ländle und Leute geschrieben.

 

 

Mit seinem Krimi „Wasenknaller“ bringt der Autor zum 200. Jubiläum des Cannstatter Volksfests eine spannend-ironische Hommage auf Ländle und Leute auf den Markt. Woher er die Einfälle für seine Krimis bekomme? Ratlos zuckt Krug die Schultern. Manche Idee entstünde aus aktuellem Anlass, andere durch unbewusste Assoziationen im Kontext banaler, alltäglicher Dinge wie einer Zugfahrt oder einem Millionengrab. So geschehen beim ersten Band des Duos Bolz und Palm: „Während einer Bahnfahrt stellte ich mir die Katakomben unter den Gleisen am Hauptbahnhof vor und dachte, das wäre doch das richtige Ambiente für einen Krimi. Und dann habe ich mich drangesetzt.“

2010 kommt „Bahnhofsmission“ auf den Markt, gefolgt von „Henkerspiel“ 2014 und „Wasenknaller“ in diesem Jahr. „Obwohl ich in Bad Cannstatt geboren bin, sehe ich mich nicht als typischen Schwaben und habe auch keinen Drang, Folklore zu betreiben. Aber man schreibt authentischer über Teile der Welt, die man gut kennt.“ Wenig überraschend dürfen sich die Leser weder wundern, wenn ihnen in Krugs jüngstem Roman neben der Namensähnlichkeit auch Wortwahl und Redewendungen des von einer Morddrohung unbeeindruckten Ministerpräsidenten bekannt vorkommen, noch über den Journalisten Palm, der „zwar keine reale Person darstellt, in dem ich aber eigene Erfahrungen und Eigenschaften verarbeitet habe“.

Die immer wiederkehrenden literarischen Ausflüge in die Welt der Kriminalität stellen mehr als nur ein geschätztes Hobby dar. Es ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit: ins Teenageralter, wo Bücher auf einmal begannen, interessant zu werden; zum Studium der Philologie, währenddessen er bei der Sportredaktion der Stuttgarter Zeitung jobbt; zu den ersten Schritten als Berufsschreiberling bei den Stuttgarter Nachrichten. Doch obwohl der Job Spaß macht und alles in trockenen Tüchern zu sein scheint, entscheidet sich Krug, die Profession zu wechseln und wird zunächst Pressesprecher, später Kommunikationschef bei Hewlett-Packard. Einige Jahre gehen ins Land, dann stellt sich ihm die Frage nach den beruflichen Perspektiven erneut.

„Ich wollte mehr Freiraum bei dem, was ich tat, und der Art und Weise, wie ich es tat – kurz: Ich wollte keine Vorgaben mehr von oben.“ Gemeinsam mit einem Kollegen aus alten Zeiten wagt er den Sprung ins kalte Wasser und gründet sein eigenes Unternehmen. Krug lächelt bei der Erinnerung an die Herausforderungen der ersten Jahre als Selbstständiger und bringt sie halb nachdenklich, halb spöttisch auf den Punkt: selbst und ständig.

Heute ist das Schnee von gestern. „Je größer das Unternehmen wurde, desto weniger rigide sind die zeitlichen Zwänge, was natürlich zu Entspannung im Alltag führt.“ Der heute 61-Jährige ist sich sicher, damals die richtige Wahl getroffen zu haben, obwohl er junge Leute, die sich einer ähnlichen Entscheidung gegenübersehen, eindringlich warnt: „Für alle, die auf Sicherheit setzen, ist das nichts.“ Das Plus an Freizeit widmet er seinen Hobbys: der Jagd, der Gitarre, fremden und ganz besonders gerne den eigenen Büchern.