„Klone von Klonen gibt’s schon genug“: Die schwäbische Erfolgsautorin Petra Durst-Benning präsentiert „Die Fotografin“.

 

 

Mehr als 2,5 Millionen Romane hat sie verkauft, die schwäbische Erfolgsautorin Petra Durst-Benning. Historische Themen stehen im Mittelpunkt ihrer mittlerweile 20 Bücher, die sich auch in den USA einer großen Fan-Gemeinde erfreuen. Zu den Titeln gehören „Das Blumenorakel“, „Die Zuckerbäckerin“ oder „Das Weihnachtsdorf“.

Mit „Die Samenhändlerin“ und „Die Glasbläserin“ wurden zwei Romane bereits fürs Fernsehen verfilmt. In ihrer jüngsten Saga „Die Fotografin“ schildert die 1965 geborene Schriftstellerin das Leben einer Fotografin um die Jahrhundertwende, die auf der Schwäbischen Alb rund um den Leinen­weberort Laichingen auf Motivsuche geht. Der zweite von insgesamt fünf Bänden erscheint Anfang April, begleitet von einer umfangreichen Lese-Reise, unter anderem in Stuttgart (8. April) und Ludwigsburg (10. April).

Für die Schriftstellerin ein Katzensprung, lebt sie doch mit ihrem Mann und den beiden Hunden südlich der Landeshauptstadt. Wie man zur Auflagen-Millionärin wird und stets in der „Spiegel“-Bestsellerliste landet? „Ich bemühe mich, meine Leser gut und spannend zu unterhalten, aber ihnen immer auch etwas mit auf ihren Weg zu geben“, erklärt Durst-Benning ihre Erfolgsformel. Der Beginn ihrer steilen Künstlerinnen-Karriere klingt nicht ganz so spannend wie das Leben ihrer Roman-Figuren.

Der Ausbildung zur staatlich anerkannten Wirtschaftskorrespondentin und Übersetzerin folgten einige Jahre im Im- und Exportgeschäft. Die Büroarbeit war der Fantasie kaum zuträglich, vor gut 20 Jahren entschied sich die Schwäbin deshalb fürs kreative Schreiben. Mit der Zeit der Aufstände 1514 und des Bauernkrieges 1524 entdeckte sie für sich eine faszinierende Epoche, die 1996 zum Debütroman „Die Silberdistel“ führte. Was den großen Reiz vergangener Zeiten ausmacht? „Wenn wir uns als Teil eines Prozesses begreifen, dann ist die emotionale und intellektuelle Verbindung zu dem, was vor uns da war, un­willkürlich gegeben und nichts ist je vorbei, sondern lediglich stetig im Wandel begriffen“, erläutert Durst-Benning.

Der anhaltende Boom historischer Romane hat durchaus Schattenseiten: Klone von Klonen von Klonen, klagt die Schriftstellerin über die Flut wenig origineller Nachahmungen. Sie setzt lieber auf Substanz und Sorgfalt bei der Recherche. „Ich will graben, wühlen, entdecken!“, nur dann könne sie ihren Lesern etwas Neues bieten. Mit dem aktuellen Thema „Leinenweberei“ habe sich immerhin seit Gerhard Hauptmanns Zeiten kein Schriftsteller mehr beschäftigt. Solch gut Ding will Weile haben, mindestens ein Jahr dauert es, bis ein mit viel Wissen gepolstertes Werk voll­endet ist.

Wie Woody Allen beginnt die Autorin diszipliniert jeden Morgen um 8 Uhr mit der Schreibarbeit – nur der Sonntag ist ihr heilig. Was aktuell auf ihrem Nachttisch liegt? „Zurzeit lese ich den vierten Roman von Robert Galbraith alias Joanne Rowling – sie kann einfach schreiben.“ Petra Durst-Benning liest am 8. April um 20 Uhr bei Wittwer-Thalia, Königstraße 30, aus ihrem neuen Roman (Eintritt 12 Euro).