Mit Formaten wie Opern-Warm-ups für Operneinsteiger etabliert die Kulturvermittlerin neue Zugänge zur Kunst.

 

 

„Tatsächlich kam die Idee, Kunst im Rahmen neuer Formate zu vermitteln, von Freunden. ‚Du kannst doch gut reden, erzähl mal was dazu‘ hieß es oft. Das habe ich mir zu Herzen ge­nommen.“ Dahme, kunst- und kulturversessen und außerdem bekennende Idealistin, krempelt die Ärmel hoch, um die Stuttgarter Kunst- und Kulturszene zu verändern.

Als eines der ersten Formate geht „Kunstbanausen“ für die Jungen Freunde der Staatsgalerie 2013 an den Start. Später folgt „SuperSoundSculpture“ mit Andreas Vogel, ein spannender Mix aus Kunst und Musik, und 2015 die Kunstgesprächsreihe „Sara Dahme trifft . . .“in der Sammlung Froehlich. Das notwendige Hintergrundwissen verdankt sie zu gleichen Teilen ihrem Kunsterzieher- und Philosophiestudium, ihrer privaten Neugierde auf alles, was Mensch und Gesellschaft bewegt, und ihrem Elternhaus, das einerseits den Grundstein für ihre Kunstbegeisterung legte, ihr andererseits beibrachte, Offenheit und Kreativität auch abseits etablierter Formen wertzuschätzen.

„Kunst spricht eine eigene Sprache, die nicht erlernt werden kann, sondern nur in der Auseinandersetzung erlebbar ist. Idealerweise partizipiert jeder daran, doch viele finden nur schwer Zugang. Ich hoffe, mit meiner Arbeit neue Wege der Annäherung aufzutun“, begründet die aus Ravensburg stammende Wahlstuttgarterin ihr Engagement. Besonders groß sind die Vorbehalte bei der Oper, weiß Dahme; das Angebot der Staatsoper, ein Format speziell für Opern-Unerfahrene zu initiieren, kommt daher gerade recht.

An insgesamt vier Terminen nimmt Dahme Neugierige in kostenlosen Opern-Warm-ups unter ihre Fittiche, präsentiert Fakten, Gedanken, Anekdoten, Nützliches und Witziges rund um das Große Haus. Ziel des Projekts: Schwellenängste abzubauen und ganz nebenbei mit so manchem Klischee aufzuräumen. „Mir geht es nicht darum, Lehrbuchwissen zu vermitteln, das kann sich jeder bei Bedarf anlesen. Ich möchte bei meinen Gästen die Lust wecken, sich auf etwas Neues einzulassen.“ So erzählt sie bei einem Blick hinter die Kulissen von der Arbeit in den Werkstätten, beleuchtet unbefangen, welche Relevanz die Oper hat, und gibt wertvolle Hinweise zu Gos und No-Gos.

Das Konzept geht auf, erste Resonanzen sind durchweg positiv, was sicher auch an den opern-praktischen Tipps der Musikliebhaberin liegt, darunter der, High Heels nur im Parkett und im 1. Rang zu tragen, weil da Teppichboden ist. Für Dahme sind die Warm-ups ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, doch für möglichst nachhaltige Veränderungen braucht es der 35-Jährigen zufolge mehr Offenheit auf beiden Seiten: „Noch stehen die Skepsis gegenüber neuen Denkansätzen, lange Entscheidungswege und auch die Arroganz des Etablierten umfassenden Neuerungen im Weg.“

Infos zu den kostenlosen Warm-ups auf www.staatsoper-stuttgart.de/spielplan/a-z/warm-up/. Teilnehmer benötigen ein gültiges Ticket für die Vorstellung am Abend.