Sonja und Thomas Herrmann benennen ihre Kaffeesorten nach Hunderassen.

 

 

Die gefüllte Kaffeetasse stand bei Thomas Herrmann und seiner Frau Sonja immer auf dem Schreibtisch. Jahrzehntelang. Die Arbeitstage in den Verlagen, wo beide gearbeitet haben, waren lang. Koffein half, sie durchzustehen. Die Tätigkeit in der Druck-Branche haben beide auf- und sich vor drei Jahren in die Selbstständigkeit begeben. Ihr Geschäftsmodell: Kaffee. Bohnen, Röstungen und die Zeremonie der Zubereitung, darauf haben sie sich in Hertmannsweiler bei Winnenden spezialisiert. Thomas Herrmann hat sich in Wien sogar zum Kaffee-Sommelier ausbilden lassen. „Wir sind dem Charme des Kaffees erlegen“, erzählt er. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Dabei sind wir auf den Hund gekommen.“ In Winnenden kann das passieren. Winnenden gilt in Deutschland als die „Hauptstadt der Möpse“.

Der „Winnender Mops“ sei der ideale Begleiter für den Alltag und mache einfach überall eine gute Figur. So beschreiben Sonja und Thomas Herrmann die langzeitgeröstete Kaffeemischung aus milden Arabica- und kräftigen Robusta- Bohnen. Den Rohstoff beziehen sie aus Brasilien, Guatemala oder Indien, geröstet wird in Hertmannsweiler im Industriegebiet. In der Rösterei wird mittlerweile mehrmals die Woche Kaffee geröstet, es gibt Workshops und Seminare zur richtigen Kaffeezubereitung, die entsprechenden Tipps und Utensilien dazu. Filter, Kanne und die Temperatur des Wassers spielen eine entscheidende Rolle.

Mittlerweile sind die Herrmanns bei ihrem Sortiment bei 17 Hunderassen angekommen, ein Ende ist nicht in Sicht. Mindestens drei weitere Rassen sind in der Warteschleife. Er ist anspruchsvoll und zeigt auf das Etikett einer Kaffeepackung mit einem filigran gezeichneten Dalmatiner. Dann schaut er rüber zum „gelehrigen Dackel“, ein Biokaffee aus Äthiopien. Wer eine „kräftige Dogge“ verlangt, bekommt einen Kaffee aus Kolumbien. Beim „kuriosen Chow Chow“ füllen die Herrmanns einen Kaffee aus Indonesien in die Tüte. „Eigentlich wollten wir unseren Kaffeemischungen die Namen von starken Charakteren geben“, erzählt Thomas Herrmann. Aber schon bald hätten ihnen Weggefährten, Kunden und Freunde rückgespiegelt, dass etwa beim Struwwelpeter, der in der Auswahl stand, die Emotionen sehr unterschiedlich seien. „Wir haben dann davon abgesehen“, sagt der ehemalige Marketingchef im Verlagswesen und berichtet von der Begegnung mit Uli Maurer. Sie stellt in ihrer Confisserie in Winnenden Möpse aus Schokolade her.

Der Mops ist das Maskottchen von Winnenden. Der kleine Vierbeiner soll, so besagt es die Legende, vor über 300 Jahren während der Schlacht um Belgrad 1717 von seinem Herrchen, Herzog Karl Alexander von Württemberg, getrennt worden und daraufhin allein rund 1100 Kilometer zurück nach Schloss Winnental gelaufen sein. Diese Treue war den Winnendern schon damals ein Denkmal wert. Mittlerweile gibt es die Möpse wie gesagt aus feiner Schokolade, sie haben einem Wein den Namen gegeben, werden in einer Mops-Parade gefeiert und nun auch bei Herrmanns mit einem Kaffee. „Als ich Uli Maurer kennengelernt habe, die sich zu ihren Schoko-Möpsen einen Mops-Kaffee zum Verkauf in ihren Ladengeschäften wünschte, war der Weg für das Hunderassen- Sortiment geebnet.“ Und so gibt es Herrmanns Kaffee-Spezialitäten nicht mehr nur online, sondern auch in Fellbach in der Markthalle im Ladenverkauf, im Ausschank im kleinen Café neben der Rösterei in Hertmannsweiler und in einigen Monaten im „ersten eigenen Café“ in Schorndorf. Ob es Mops-Café heißen wird, ist reine Spekulation. Am Sonntag, 16. Februar, kann man mehr über die Kaffee-Rösterei Herrmanns, ihre verschiedenen Kaffee-Spezialitäten, die verschiedenen Arten der Kaffeezubereitung und die Herkunft der Bohnen in den Stuttgarter Wagenhallen von 10 bis 18 Uhr bei einer Veranstaltung von „Junges Schwaben“ erfahren.