Der neue Geschäftsführer der Märkte Stuttgart GmbH sieht sich vielseitigen Herausforderungen gegenüber.

 

 

Entspannt lehnt sich Thomas Lehmann im Stuhl zurück; auf eine Krawatte zum blauen Anzug und weißem Hemd hat der 48-Jährige Wahl-Baden-Württemberger heute verzichtet. Charmant plaudert er von seinem Alltag abseits des Business: von Gartenarbeit und Bierbrauen, dem neuen vierbeinigen Hausgenossen, von Städtereisen, vollgepackt mit Kultur. Es klingt nach einem erfüllten Familienleben – etwas, worauf Lehmann lange verzichtet hat. „Ich fühle mich bei der Märkte Stuttgart GmbH am rechten Platz: Einerseits reizt mich der Abwechslungsreichtum der Aufgabe, der Kontakt mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen, andererseits habe ich mehr Zeit für die Familie, da das Pendeln zum Wochenende wegfällt.“

Lehmann freut sich auf die vor ihm liegenden Aufgaben, weiß aber auch um die Herausforderungen, die ins Haus stehen. Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort, Digitalisierung ein anderes. Letzteres berührt den Familienvater besonders, weil er weiß, dass das Thema die Gemüter der Mitarbeiter belastet. „Die Arbeit bei uns ist für viele das Fundament, auf dem sie ihre Zukunft geplant haben. Selbstverständlich kommt der Sicherung von Arbeitsplätzen höchste Priorität zu, weshalb wir beständig daran arbeiten, den Großmarkt zukunfts­relevant aufzustellen.“ Das digitale Zeitalter sei kein Jobkiller per se, beruhigt der unverbesserliche Optimist, wie Freunde ihn manchmal scherzhaft nennen, räumt aber ein, dass eine Verlagerung der
Tätigkeitsschwerpunkte unumgänglich scheine. „Ohne Flexibilität und die Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen, geht es nicht.“

Auch auf Markt-Ebene sind Neuorientierungen angedacht. „Wochenmärkte stellen einen wichtigen Bestandteil der Nahversorgung dar. Darüber hinaus sind es Treffpunkte für Menschen jeglicher Couleur, wo man die Ge­legenheit zum Austausch von Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch nutzt. Trotzdem wird das Angebot mancherorts nur zögernd angenommen.“ Um die Akzeptanz vor allem der jüngeren Generation für diese Art des Einkaufens zu stärken und gleichzeitig das gesellschaftliche Miteinander in den Stadtteilen zu fördern, setzt der gebürtige Hannoveraner auf eine bewährte Mischung aus Frische, Regionalität und Qualität, gespickt mit internationalen Spezialitäten zur Vervollkommnung des Sortiments – ein Rezept, dass in modifizierter Form auch in Stuttgarts Vorzeige-Lebensmittelmeile funktioniert.

„Die große Auswahl hochwertiger kulinarischer Köstlichkeiten aus aller Welt in historischem Ambiente macht die Markthalle so einzigartig. Diese Produktvielfalt wollen wir auch zukünftig weiter ausbauen“, so der begeisterte Hobbykoch, der die Markthalle regelmäßig selbst auf der Suche nach neuenGeschmackserlebnissen durchstreift.

Wer indes auf zusätzliche Gastronomieangebote spekuliere, habe allerdings das Nachsehen, denn um den typischen Charakter nicht zu gefährden, gäbe es derzeit keine entsprechenden Pläne.