Am 22. November erschien das neue Buch des Kinderund Jugendbuchautors: „Eden Park – Das schwarze Loch“.

Das Buch ist der zweite und letzte Band der Serie. „Ich selbst bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem Bücher keine große Rolle gespielt haben. Umso wichtiger ist es mir, Kindern, Jugendlichen, aber auch Erwachsenen zu zeigen, wie wichtig Geschichten für das eigene Leben und die eigene Entwicklung sein können“, so der gebürtige Echterdinger. Dabei ist es eigentlich dem tragischen Ende eines Traums zu verdanken, dass der vielfach prämierte Autor überhaupt zur Schriftstellerei fand. In den 1990er Jahren macht Elsäßer als Mitglied einer Boyband von sich reden, erhält einen Solovertrag bei einer Plattenfirma. Berühmtheit, Glamour und schnelles Geld scheinen in greifbarer Nähe, doch parallel wächst die Ernüchterung: „Mein eigener Input wurde immer nebensächlicher. Irgendwann habe ich mich nur noch als Marionette des Musikbusiness gefühlt.“

Er zieht die Notbremse, beschließt, seine Erlebnisse aufzuschreiben. Heraus kommt neben dem Erstling „Die Boygroup“ die Erkenntnis, dass er seine zweite große Leidenschaft gefunden hat. Heute arbeitet der 45Jährige als Schriftsteller und Musiker, verfasst Drehbücher und gibt Schreibund SongwriterWorkshops, weshalb er sich selbst gerne als Gemischtwarenhändler bezeichnet, der von allem etwas anbietet: Schreiben und Lesen, Singen und Musizieren, Lehren und Lernen, denn „Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen sind meine Quelle der Inspiration. Kreativ zu sein bedeutet für mich, gut zuhören zu können, genau hinzuschauen und jede Menge Fragen zu stellen.“

Elsäßer ist viel in Schulen unterwegs. Er liebt die Arbeit mit und von Heranwachsenden, stößt aber immer wieder auf Vorurteile, darunter die hartnäckige Vorstellung, dass Schreiben etwas Elitäres sei, das nur Auserwählte und ganz sicher nicht man selbst könne. Ist das Eis erst einmal gebrochen, geben Kinder und Jugendliche ihre Meinungen ehrlich, direkt und ungefiltert zum Besten – Einschränkungen inklusive. „In den meisten Schulen geht es darum, Menschen zu formatieren. Es gilt, das gesellschaftliche Regelwerk zu verinnerlichen, Fehler werden bestraft. Ich halte diesen Ansatz für kontraproduktiv. Fehler müssen gemacht werden, schon um daran zu wachsen.“

Seiner Ansicht nach tragen kreative Erziehungskonzepte nicht nur zur Offenheit und Unvoreingenommenheit bei, sondern lehren auch kritisches Hinterfragen. Und genau darum geht es ihm: „Ich möchte meine Leser dazu bringen, sich mit politischen und sozialen Veränderungen auseinander zuset zen. Idealerweise finden sie sich in meinen Protagonisten ein Stück weit wieder, werden aber gleichzeitig inspiriert, neue, eigene Perspektiven zu entwickeln. Es reicht nicht, nur unterhaltsam zu sein.“ Im Gegenzug profitiert auch Elsäßer: Einerseits regt der kritische Austausch mit der jungen Generation seine Fantasie an, andererseits stellt die „extrovertierte Seite des Schreibens eine willkommene Abwechslung zur einsamen Arbeit am Schreibtisch dar“.