Pferdle und Äffle erfreuen sich trotz fortgeschrittenen Alters bester Gesundheit und denken nicht ans Aufhören.

 

 

Glaubt man Volker Lang und Heiko Volz, könnte an der Sage vom ewigen Leben durchaus was dran sein. Zumindest wenn es um die schwäbelnden Kultfiguren geht. „Die beiden haben mit Konzerten, Fernsehspots und vielem mehr so viel zu tun, dass gar keine Zeit zum Altern bleibt“, freut sich Volz, der Äffle im wahren Wortsinn eine Stimme verleiht.

Das war nicht immer so. 1959, respektive 1963, hebt Armin Lang mit Bruder Volker Lang, dem jetzigen Pferdle-Sprecher, und Werner Klein und die tierischen Gesellen aus der Taufe. Obwohl das clevere Gespann schnell an Popularität gewinnt, kommt 2001 das Aus, als der SWR die Produktion mit Verweis auf die Kosten einstellt. Volz, den Pferdle und Äffle durch seine Kindheit begleitet haben, und der seit 1999 Autor der gleichnamigen Geschichten ist, will das nicht hinnehmen. „Die zwei symbolisieren die schwäbische Mentalität: Sie schwätzen wie die Leut’ hier, sie denken wie sie und sie weisen Charakterzüge auf, die hierzulande weitverbreitet sind. Das verbindet. Und je größer das Identifikationspotenzial, desto größer auch die Beliebtheit.“

Mit der Absicht, die Wiederauferstehung zu initiieren, beginnt der Marketing- und PR-Berater, Journalist, Autor und TV-Moderator, die Werbetrommel zu rühren. Langsam, aber sicher stellt sich der Erfolg ein; seit 2017 hat der SWR die Geschichten wieder im Programm. Auch Lang ist von dem Comeback angetan. „Vor zwei Jahren landete der ,Hafer- und Bananenblues‘ erstmals unter den Top Ten der ,SWR1-Hitparade‘. Daher haben wir uns im letzten Jahr entschieden, ihn bei Konzerten der Band Muggabatschr live vorzutragen. So bin ich mit über 80 Jahren noch Rockstar geworden“, sagt er und schmunzelt.

Obgleich Lang und Volz sich Pferdle und Äffle mit Herzblut und Leidenschaft annehmen, haben beide zahlreiche andere Eisen im Feuer. „Bis 2012 habe ich an audiovisuellen Produktionen für Museen mitgearbeitet, parallel beschäftigt mich seit 15 Jahren eine Dokumentation über Fritz Elsas und Carl Goerdeler, bekannte Figuren des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Gäbe es nur Äffle und Pferdle, würde mir das irgendwann zu langweilig“, gibt Lang freimütig zu. Auch Volz liegt das bisschen freie Zeit, das neben seinen zahlreichen Professionen und der Dozentenstelle an der Akademie der media bleibt, am Herzen: „Ich bin passionierter Westernreiter, mache einmal pro Jahr in Malente Reiterurlaub.“ Daneben stehen Dinge wie Kino, Kampfkunst und Kochen auf der Agenda.

Dennoch: Ganz ohne die tierischen Gesellen geht es nicht, schließlich harren spannende Projekte ihrer Verwirklichung, darunter eine eigene Ecke im Stadtmuseum und ein Musical für Kinder. „Bei dem singen wir aber nicht selbst“, beruhigt Lang. Bei der Vermarktung der Figuren zu Werbezwecken allerdings ziehen die zwei eine enge, wenn auch schwammige Grenze: „Es muss halt was Gutes sein.“