Hansjörg und Matthias Aldinger schreiben eine einzigartige (Wein-)Erfolgsgeschichte.

 

 

Hansjörg (links) und Matthias (rechts) Aldinger aus Fellbach haben ihren Weg gefunden, seit über zehn Jahren – nach der eigenen Ausbildung – sind sie in ihren Beruf als private Winzer hineingewachsen, der Vater ließ ihnen nach und nach im familieneigenen VdP-Weingut freie Hand – und ist doch immer als Ratgeber parat. „Unsere Weine schmecken so, wie wir sie gerne trinken – schlank, filigran, traubenbewusst“, sagen die beiden Brüder. Damit liegen sie gerade genau auf der Wellenlänge der Weinverkoster, die sich mit Auszeichnungen für die Aldinger-Weine nahezu überschlagen. Die Zeitschrift „Vinum“ hat die Brüder jetzt zu „Winzern des Jahres“ geadelt, und zwar für ganz Deutschland.

Dieses Prädikat ist vorher noch nie an ein Weingut in Württemberg vergeben worden. Nahezu alle namhaften Weinführer haben das Weingut 2019 ausgezeichnet, an der Wand im Probierraum – das Weingut befindet sich im Fellbacher Oberdorf in der Schmerstraße – wird der Platz für die Urkunden allmählich knapp. Die zwei Brüder – Hansjörg ist vor wenigen Tagen 40 geworden, Matthias 38 – bleiben dennoch mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Sie ziehen an einem Strang: „Wir haben beide Lust, alles zu tun, was in einem Weingut an Arbeiten anfällt.“ Und – „wir probieren die Weine immer zusammen“, sagt Hansjörg.

Es kristallisiert sich jedoch heraus, dass Matthias mehrheitlich im Keller und mit dem Ausbau der Weine beschäftigt ist, Hansjörg oft im Weinberg unterwegs ist und sich bei den technischen Belangen im Weingut einbringt. Ihr Blick geht dabei nicht nur auf die Großen Gewächse mit hohem Alkoholgehalt. Ganz im Gegenteil: „Gutsweine sind die Visitenkarte eines Weinguts“, sagt Matthias. „Wir sind immer bestrebt, auch in diesem Segment eine gute Qualität anzubieten.“ Eine wichtige Weichenstellung für das Weingut, das dem Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter e. V. angehört, hat Großvater Gerhard Aldinger vor über 50 Jahren auf Stuttgarter Markung vorgenommen, als er die Lage Gips in Bad Cannstatt übernahm. Der Cannstatter Gips gehört zu den meistgefragten Produkten im Hause Aldinger. Die Enkel würdigen das. In jeder Kapselschleife ihres Jahrgangs-Winzersektes Brut nature – die Trauben werden im Gips geerntet – ist die Widmung „Für Gerhard Aldinger“ eingeprägt, in jedem Korken das Wappen der Familie und die Initialen GA. „Wir wollen diesen Sekt dauerhaft unserem Opa Gerhard widmen“, sagt Enkel Matthias Aldinger. Für den 2011er Brut nature haben sie vom Weinführer „Gault & Millau“ im letzten Jahr 100 Punkte bekommen. Diese Punktzahl hat davor noch nie ein deutscher Winzersekt bekommen.

Im Wappen des Weinguts steht die Jahreszahl 1492. Das Weingut in seiner heutigen Form geht allerdings auf das letzte Jahrhundert zurück, als durch Eheschließung die Rebflächen der Familien des Fellbacher Küfermeisters und Fassbauers Pflüger und des Landwirts Aldinger aus der Schmerstraße im Oberdorf zusammengeführt wurden. „Deshalb sind wir bis heute ein Innenstadt-Weingut“, sagt Hansjörg Aldinger. Zwölf feste Mitarbeiter sind es heute und vier Auszubildende, einer davon kommt von einem Weingut in Griechenland, er macht die duale Ausbildung an der Berufsakademie.

Das Weingut Aldinger gehört zu den insgesamt 59 Weinbau-Betrieben und zwei Destillerien aus dem Remstal, Stuttgart und Esslingen, die am kommenden Samstag und Sonntag, 1. und 2. Februar, ihre Produkte in der Alten Kelter in Fellbach beim 24. Weintreff „Die Besten aus dem Remstal“ vorstellen. Über 300 Weine werden ausgeschenkt, an beiden Tagen jeweils von 11 bis 18 Uhr. Erstmals gibt es auch zehn Gin-Sorten aus dem Remstal zur Verkostung. Karten gibt es im Vorverkauf für 23 bzw. 31 Euro bei Easyticket, www.easyticket.de.