Mit ihrer Stiftung setzt sich die Ärztin für eine kindgerechte medizinische Versorgung ein.

 

 

Wenn Dr. Stefanie Schuster, Ärztin, Präsidentin der Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e. V., Ehefrau des ehemaligen OB Wolfgang Schuster und drei­fache Mutter, zurückdenkt an die eigene Kindheit, sieht sie sich als Vierjährige in der elterlichen Praxis, wie sie voller Begeis­terung Tupfer schneidet oder Händchen hält, wenn eine Spritze droht. „Mein Vater war Internist, meine Mutter Allgemeinmedizinerin. Besonders gut erinnere ich mich an die Mahlzeiten, bei denen oft ein Patient anrief, dem unverzüglich geholfen werden musste.“

Inspiriert vom Vorbild der Eltern studiert sie ebenfalls Medizin, liebäugelt mit der Kinderheilkunde, spezialisiert sich stattdessen auf Arbeits­medizin, „da sich das besser mit drei kleinen Kindern vereinbaren ließ.“ Als ihr Mann 1997 zum Oberbürgermeister gewählt wird, übernimmt die gebürtige Stuttgarterin bereitwillig das ehrenamt­liche Engagement einer First Lady, um etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen: die Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e. V. „Als ich das erste Mal durch die Kinderklinik ging, schockierten mich die desolaten Zustände: 6-Bett-Zimmer, undichte Fenster, fehlende Bäder und triste Wartebereiche.“

Schuster krempelt die Ärmel auf, rührt die Spendentrommel. Ihre Ziele sind klar: moderne medizinische Versorgung; umfassende psychosoziale Betreuung für Kind und Eltern; Forschungs-, Fortbildungs- und Beratungsangebote; ein kindgerechtes Ambiente. „Die Arche in der Eingangshalle ist ein gutes Beispiel. Sie dient als Spielplatz, aber gleichzeitig sind die Tiere Wegweiser für Kinder, die noch nicht lesen können, um ihre Station zu finden.“ Dass die Arche darüber hinaus ein Symbol für Hoffnung und Neuanfang darstellt, versteht sich von selbst. 22 Jahre später blickt Schuster mit Dankbarkeit und Freude auf die vielen positiven Veränderungen.

Dennoch besteht für sie kein Zweifel, dass nach wie vor viel Arbeit wartet. „Das Elternzimmer auf der Intensivstation, in dem Eltern sich ausruhen und sammeln können, soll beispielsweise um eine Küche ergänzt werden. Zudem suchen wir nach einem Areal für ein zweites Elternhaus in unmittelbarer Klinikumnähe, da das Blaue Haus für die Eltern krebskranker Kinder nicht über ausreichend Kapazitäten verfügt für Eltern, deren lebensbedrohlich erkrankte Kinder auf anderen Stationen liegen.“

Neben dringend notwendigen Umbauten strapazieren die Anschaffung moderner technischer Ausstattung, wie einer Hightech-Frühchen-Puppe zum Üben von Notfällen, sowie stetig steigende Personalkosten, vor allem für psychosoziale Betreuung von Kindern und Eltern, die Stiftungskasse. Als mindestens ebenso notwendig erachtet Schuster den Kampf um Unabhängigkeit. „Das Olgahospital ist die größte Kinderklinik Deutschlands und hat sowohl auf medizinischer Ebene als auch bei der psychosozialen Betreuung Vorbildcharakter. Damit das so bleibt, gilt es, bewährte Strukturen zu erhalten.“

Dass ihr Engagement einen Großteil ihrer Zeit verschlingt, empfindet sie als gerechtfertigt. „Wenn die Kinder fröhlich in der Eingangshalle spielen, freue ich mich und denke, dafür lohnt sich die Anstrengung.“ Tipp: Wer sich über die Stiftung informieren will: www.olgaele-stiftung.de.