Seit 2018 moderiert die Tochter von Fußballtrainer David Wagner Sportsendungen in SWR und ARD.

 

 

„Ich bin ein von Grund auf lebensfroher Mensch, der mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Welt geht. Vielleicht ist diese Offenheit, meine Bereitschaft, etwaige Kritik als etwas Positives anzunehmen, der Grund, warum ich als Sportmoderatorin und -journalistin bislang nur gute Erfahrungen vor und hinter der Kamera gemacht habe.“ Sport als Beruf – vielleicht auch wegen ihres Vaters Fußstapfen für Wagner lange keine Option. „Als Kind hat mich der Film „Die Wilden Kerle“ beeindruckt. Ein Mädchen in einer Jungen-Clique – das fand ich so cool, dass ich wie sie Schauspielerin werden wollte, um wenigstens im Film so zu tun als ob.“

Der Traum von der großen Mimin zerplatzt schlagartig, als sie bei der Fußballweltmeisterschaft 2006, genauer beim Spiel Togo gegen Frankreich, fast zufällig auf ihre wahre Berufung stößt. „Ich war mit meiner gesamten Familie im Stadion. Das Spiel selbst habe ich gar nicht richtig begriffen, aber ich erinnere mich, dass es die totale Party war, eine gemeinsame, ausgelassene Feier.“

Ohne es genau definieren zu können, fühlt sich der Teenager von der Macht des Sports, die Massen zu bewegen, angezogen. Schnell erwacht der Wunsch, Teil dieses ganz speziellen Gefüges zu werden, nicht als Spielerin auf dem Platz, sondern mit Mikro vor der Kamera. Einmal gefunden verfolgt Wagner ihr Ziel konsequent: Sie studiert Crossmedia-Redaktion an der Stuttgarter Hochschule der Medien, absolviert nebenher Praktika.

Erste Erfahrungen vor der Kamera und der bewundernde Ausspruch eines Kollegen, sie sei ja fast ein Naturtalent, bestärken sie in ihrer Berufswahl. „Besonders Livesendungen inspirieren mich, dieses Kribbeln im Bauch, weil man trotz aller Professionalität immer mit dem Unvorhersehbaren rechnen muss.“ Doch es gibt auch Schwächen, ihre Stimme beispielsweise, die bei Lampenfieber dazu tendiert, in piepsige Höhen abzudriften.

„Dank professioneller Sprechtrainings habe ich aber gelernt, sie unter Kontrolle zu halten“, verrät die in Weinheim aufgewachsene Wiesbadenerin. Noch während des Volontariats bei einem bayerischen Privatsender erfüllt sich im Sommer 2018 ein lang gehegter Wunsch: ein Jobangebot vom SWR. Nur ein Jahr später moderiert sie „Sport im Dritten“, „Sport am Samstag“ und „Sport Extra“, ist darüber hinaus als Reporterin und Interviewerin im Einsatz.

„Ich hätte nie zu hoffen gewagt, meinen absoluten Traumjob schon nach so kurzer Zeit zu erreichen. Entsprechend dankbar bin ich für das Vertrauen, das man mir entgegenbringt.“ Sich in einer nach wie vor von Männern dominierten Domäne zu behaupten, fällt der 25-Jährigen nicht schwer. Klar kämen kleine Sticheleien vor und auch das Sport-Know-how würde gerne mal getestet, aber auf eine locker-lustige Art. „Wenn ich etwas tatsächlich nicht weiß, bin ich selbstbewusst genug, das auch zuzugeben. Schöner ist es natürlich, wenn man seine Kollegen mit profundem Wissen überraschen kann“, sagt die Wahl-Stuttgarterin und lacht.