Das Jahr 2017 markierte einen dramatischen Anstieg von FSME-Erkrankungen, die von Zecken übertragen werden. Zudem machen sich in Deutschland neue Zeckenarten breit.

 

 

Der Frühling naht unaufhaltsam, doch mit den steigenden Temperaturen gehen auch die Zecken wieder verstärkt auf die Pirsch – allerdings sind sie mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv. Ein Stich der Blutsauger bleibt meist unbemerkt, kann aber böse Folgen haben: Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 497 Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet, neben Borreliose die wichtigste von Zecken übertragene Virusinfektion. „Dabei handelt es sich um die zweithöchste je registrierte Zahl von Erkrankungsfällen“, erklärte der Leiter des Nationalen Konsiliarlabors für FSME, Dr. Gerhard Dobler, an der Universität Hohenheim. Dort fand in dieser Woche der vierte Süddeutsche Zeckenkongress statt.

Süddeutschland bleibt nach wie vor das Hauptrisikogebiet: Dort treten 85 Prozent aller Neuerkrankungen auf; allein in Baden-Württemberg waren es im vergangenem Jahr 186. Parasitologen haben das FSME-Virus zunehmend auch in der verstärkt nach Deutschland einwandernden Auwaldzecke entdeckt, die sogar aktiv auf den Menschen zukrabbelt. Bei einer aus dem Mittelmeerraum eingewanderten Art ist noch gar nicht klar, ob sie neue Krankheiten eingeschleppt hat. Experten warnen vor dem Genuss von Rohmilch: Ist diese mit FSME infiziert, sei das Erkrankungsrisiko besonders hoch. Eine rechtzeitige Impfung gewährt wirksamen Schutz vor der gefährlichen Viruserkrankung. Zudem sollte sofort nach einem Aufenthalt im Freien die Kleidung gewechselt und der Körper sorgfältig abgesucht werden. Denn die Krabbler wandern erst eine Zeit lang umher auf der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle.

 

Mehr zur Vorsorge

Weitere Infos zum Schutz gegen Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten findet man unter anderem auf www.zecken.de, www.zeckenwetter.de oder www.impfen.de/zecken/schutz-vor-zecken