Nach der Grundschule sollen Kinder „ins Tiefe“ springen, anschließend 100 Meter weit schwimmen und ohne Hilfsmittel aus dem Wasser steigen können. Davon sind wir aber weit entfernt.

 

 

Die genannten Empfehlungen der Kultusministerkonferenz stehen im Raum. Aber die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Schwimmverbände haben schon vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass immer weniger Kinder in Baden-Württemberg am Ende ihrer Grundschulzeit richtig schwimmen können.

Die Zahl der Schlecht- oder Nichtschwimmer liegt inzwischen bei knapp 60 Prozent. Die Opposition mahnte im Landtag an: „Um dem Bädersterben entgegenzuwirken und dem Bildungsauftrag der Landesregierung in Sachen Schwimmfähigkeit nachkommen zu können, dürfen die Kommunen mit dieser Aufgabe nicht alleine gelassen werden.“

Das Kultusministerium kündigte eine erstmalige offizielle Erhebung an, die inzwischen ergab, dass rund ein Viertel der Grundschulen gar keinen Schwimmunterricht anbieten können – weil entweder kein Schwimmbad in der Nähe oder die Anfahrt zur Schwimmstätte zu zeitaufwendig ist.

Weitere Gründe sind das Fehlen qualifizierter Lehrkräfte oder etwa momentan laufende Sanierungen. „Den Ursachen werden wir gemeinsam mit der kommunalen Seite auf den Grund gehen, denn die Bereitstellung von Schwimmbädern fällt in deren Aufgabenbereich“, kündigt Kultusministerin Susanne Eisenmann an. Sie betont jedoch, beim Thema Schwimmenlernen seien besonders die Eltern gefragt: „Die Schule ist dafür zuständig, Schwimmen zu üben.“

 

 

Der Fall Ruit

2003 beschloss der Gemeinderat von Ostfildern, das Hallenbad Ruit zu schließen. Ein „Förderverein Hallenbad“ wurde gegründet, mit großem ehrenamtlichem Engagement kam es 2006 zur Neueröffnung des Hallenbades. Zwei Jahre später dann das endgültige Aus.