Die Unerhörten Tonartisten sind ein Ensemble talentierter Sänger aus Stuttgart und Umgebung. Ihre Spezialität: A-cappella-Coversongs. Ein Probenbesuch zeigt: unbedingt reinhören!

 

 

Wer bei einer Probe der „Unerhörten Tonartisten“ am Donnerstagabend in der Moserstraße 10 in Stuttgart vorbeischaut, der merkt schnell: Hier harmonieren nicht nur die Stimmen. „Wir sind ein Gesangs-Ensemble, kein Chor – das ist uns wichtig“, sagen sie. Trotz der heterogenen Zusammensetzung der Gruppe – von 25 bis Mitte 50 ist jede Altersklasse vertreten – gehen alle locker miteinander um. Bevor es losgeht, wird viel gelacht und geschäkert. Als die Probe beginnt, sind dann plötzlich alle professionell. Zur Einstimmung wird unter der musikalischen Leitung von Sophie Stierle am Klavier gesummt, geatmet und gezischt. Die Gruppe geht zum ersten Medley über – ein Arrangement, das extra für die Unerhörten Tonartisten geschrieben wurde. Und auf einmal wird die Faszination a cappella lebendig.

Stimmgewaltigkeit hoch elf erfüllt den Raum. Der Außenstehende erkennt: Hier sind Profis am Werk, und was er hier hört, ist das Ergebnis aus viel Arbeit, Elan und Fingerspitzengefühl. Ein mehrstimmiges „Music was my First love“ von John Miles erklingt, dann „Thank you for the Music“ von ABBA, später „Hallelujah“ von Händel. „Bei einem Chor von rund dreißig Leuten hört man einzelne Stimmen nicht so heraus“, sagt Monika Baumgartner, Mitglied der ersten Stunde. „Bei uns als Ensemble ist das anders – bei maximal zwölf Sängern würde man sofort hören, wenn jemand falsch singt.“ Derzeit wird noch ein dritter Tenor gesucht, der die Gruppe komplett macht. „Man muss auf jeden Fall Lust haben, sich einzubringen. Und den Elan, sich Dinge selbst beizubringen“, so Baumgartner.

Rund fünf mal im Jahr geben sie Konzerte, manchmal werden sie auch für Hochzeiten oder Geburtstage gebucht. Bis auf den fehlenden Tenor sind alle Stimmen (Sopran, Alt, Bass) mit jeweils drei Personen besetzt. Es ist aber möglich, sich für Sopran, Alt und Bass auf die Nachrücker-Liste setzten zu lassen. „Das Alter ist kein ‚Einstellungs-Kriterium’ – menschlich muss es stimmen“, meint Richard Brümmer, 48. Jeder bringe Gesangserfahrung aus Chören oder Bands mit, so Kerstin Ludmann, 37, Tonartistin seit drei Jahren. Lisa Müller, 28, ist seit knapp einem halben Jahr dabei. „Seit ich hier mitmache, habe ich noch kein einziges mal während einer Probe auf die Uhr geschaut“, sagt sie „Nach den zwei Stunden denke ich mir jedes mal: Oh, schon vorbei.“ Ihr helfe das Singen, den Alltag zu vergessen.

Dass Chorsingen einen positiven Effekt auf Körper und Gesundheit hat, weiß man schon lange. „Beim Singen schlagen die Herzen synchron“, sagt Müller. Reinhören: Auf dem YouTube-Kanal der Unerhörten Tonartisten findet man Auftritte von „Hey, Soul Sister“ über „Man in The Mirror“ bis zur Ballade „All of Me“. Live dabei sein: Am 31. Januar treten die Unerhörten Tonartisten um 20 Uhr in der Kelter Tamm gemeinsam mit den VocaLadies auf. Mehr auf Facebook und Instagram sowie unter https://unerhoerte-tonartisten.de.

 

 

Tenor gesucht

Jetzt kommt es auf die Herrschaften an! Bei den Unerhörten Tonartisten ist eine Position im Tenor frei. Gesangserfahrung ist erwünscht.

Geprobt wird jeden Donnerstagabend, 19 bis 21 Uhr in der Moserstraße 10, Stuttgart. Bewerber bekommen zwei Stücke, die sie vorbereiten und bei den Proben im Quartett singen.

In der Regel wird nach drei Proben entschieden, ob ein Bewerber stimmlich und menschlich zum Ensemble passt. Interessierte melden sich unter unerhoerte.tonartisten@gmail.com.