Die B 14 wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Bis zu 50 Prozent weniger Verkehr sind dabei angedacht.

 

Vier Kilometer. So lang ist die B 14. Tausende Autos fahren tagtäglich auf dieser. Seit mehr als 30 Jahren wurde immer wieder versucht, hier etwas zu verändern – ohne Erfolg. Das soll sich jetzt ändern, denn die Stadt Stuttgart treibt intensiv Pläne voran, um diesen Stadtraum, der auch die Kulturmeile beheimatet, endlich attraktiver zu machen. Zwischen Schwanenplatztunnel und Marienplatz soll mehr Aufenthaltsqualität geschaffen werden. „Ziel ist, die vorhandene Verkehrsfläche und das Verkehrsaufkommen um 50 Prozent zu verringern. Vor allem die trennende Wirkung der B 14 soll aufgelöst werden“, erklärte Rainer Wallisch vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung in der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Stuttgart-Ost. „Gerade an der Kulturmeile, auf welcher sich das Stadtpalais oder auch der Landtag befinden, sowie im Stuttgarter Osten, wo der Schlossgarten nur durch zwei Brücken erreichbar ist.“

 

Im Rahmen eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs wird die B 14 in den kommenden Jahren umgestaltet – dieses Verfahren hat der städtische Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik beschlossen. Bis Ende Januar 2020 soll das Wettbewerbsverfahren europaweit bekannt gemacht werden. Den Wettbewerbsstart hat die Verwaltung auf den 10. Februar 2020 festgelegt. Dass die Bürgerbeteiligung weiter dabei sein soll, wäre zudem selbstverständlich. „Es wird offene Formate geben, wo jeder mitreden kann“, so Wallisch. Bisher wurden drei Abschnitte als zentrale Bereiche der Umgestaltung vorgeschlagen – diese sind das Ergebnis der Bürgerbeteiligung „Neuer Stadtraum B 14“ vom 21. Juli 2018: vom Österreichischen Platz bis zum Wilhelmsplatz, vom Wilhelmsplatz bis zum Charlottenplatz sowie von diesem bis zum Gebhard- Müller-Platz.

 

Wunsch der Bürgerbeteiligung zu diesem Mammutprojekt war es, weitere Abschnitte mit aufzunehmen: Ein Gesamtkonzept soll über die gesamte Länge des Stadtraums, das heißt vom Marienplatz bis zum Schwanenplatztunnel, erarbeitet werden. Einbezogen werden soll der Abschnitt von Charlottenplatz bis Kunstmuseum, ebenso die Planie. „Insgesamt sechs Abschnitte gibt es nun, die alle eingehend untersucht werden müssen. Gebäude und Plätze, die sich auf der Gesamtstrecke befinden, werden ebenfalls miteinbezogen“, sagte Wallisch. Zu der Aussage, dass 50 Prozent des Verkehrsaufkommens verringert werden sollen, sagte Bezirksbeirat Bernhard Herp (CDU-Ost), dass hierbei völlig offen bleibe, wo diese 50 Prozent hinfließen sollen. „Etwa in verkehrs- beruhigte Nebenstraßen und Wohngebiete? Und wohin mit den E-Autos?“ Der Pkw werde immer eine Rolle spielen, daher seien Lösungen zu schaffen.

 

Eine Lösung aus seiner Sicht: die Realisierung der Filder- Auffahrt und dass man sich noch mal Gedanken über den Ostheimer Tunnel macht, um den Osten zu entlasten. Bezirksbeirätin Ingrid Schwerdtfeger (Grüne-Ost) findet es hingegen gut, dass die Perspektive nicht nur vom Auto aus, sondern auch vom Fußgänger aus gesehen werde. „Wir Fußgänger sind bisher immer ferner liefen.“ Zum Gesamtziel sagte sie, dass sie es toll findet, dass hier ein Stück Stadt geschaffen werde, das lebenswerter für alle Menschen ist. Dass Stadtraum nicht mehr nur auto-, sondern menschengerecht wird. „Wir können uns doch nur freuen, wenn wir (die Fußgänger) unser Stuttgart wieder zurückkriegen. Es ist eine Mammutaufgabe, ja. Nichtsdestotrotz Vertrauen, dass gute Leute hier mitarbeiten und innovative Ideen haben und die dran denken, dass Auto dann mal eine geringere Rolle spielt.“

 

Was ist Ihre Meinung bezüglich der Umgestaltung der B 14 und dass es viel weniger Autoverkehr geben soll? Teilen Sie uns sehr gerne Ihre Meinung mit per E-Mail an wochenblatt@ stzw.zgs.de.