Für die Internationale Bauausstellung (IBA) 2027 StadtRegion Stuttgart sollen auch Stuttgarter Projekte miteinbezogen werden – Potenzialflächen stellte die Stadt kürzlich vor.

 

 

Wie leben, wohnen und arbeiten wir in Zukunft in Stuttgart? Diese Frage nach Ideen, Anregungen und Visionen beschäftigt die Stadt Stuttgart. Mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 StadtRegion Stuttgart sieht die Stadtverwaltung eine Möglichkeit, innovative, nachhaltige, zukunftsweisende und neue Antworten in Sachen Stadtplanung und Städtebau zu finden. Vor Kurzem stellte die Stadt Stuttgart Projektideen mit „IBA-Potenzial“ dem IBA-Intendanten Andreas Hofer, Architekt aus Zürich, sowie den Bezirksbeiräten der sechs betroffenen Stadtgebiete vor – ein Beschluss stand auch auf der Tagesordnung.

Als eine IBA-Potenzialfläche wurde der Bereich Leonhardsvorstadt / das Züblin-Areal im Kontext der aktuell stattfindenden Diskussion Transformation des Stadtraums an der B 14 vorgeschlagen: Der Fokus liege dabei auf den zwei Teilprojekten Leonhardsvorstadt und Bohnenviertel, die letztendlich zusammenwachsen sollen zu einem Viertel: der Leonhardsvorstadt. Gemeinsam mit Bürgern soll hier eine neue Quartiersmitte entstehen – und zwar durch gemeinschaftliche Initiativen und Nachbarschaftsprojekte, die als Katalysator gelten sollen. Dabei steht das Herausarbeiten und Stärken der besonderen Identität im Vordergrund.

„IBA hin oder her: Es gilt zuerst einmal zwei Stadtteile zusammenzuführen, die ein eigenständiges Leben führen. Das ist also zusätzlich eine gesellschaftliche Aufgabe”, erklärte Bezirksbeirat in Stuttgart-Mitte Wolfgang Kaemmer (Grüne). „Mittendrin – und das ist das eigentliche Pro­blem – ist das Züblin-Parkhaus, das wegkommt. Hier werden einige Begehrlichkeiten für diese große Fläche geweckt. Wir sind als Bezirksbeirat Mitte daran interessiert, dass dieses Areal auf keinen Fall an Spe­kulanten vergeben wird.“ Heinrich-Hermann Huth (SPD) vom Bezirksbeirat Mitte meinte: „Wir freuen uns sehr über das Angebot und sind froh, Wind unter die Flügel zu bekommen, da das Gebiet der Leonhardsvorstadt jahrzehntelang vernachlässigt wurde.“

Er wies zudem auf die Kluft der Kaltmiet­preise im Bereich der Leonhardsvorstadt hin, die reguliert werden müsse. Christa Bauer (Grüne), ebenfalls Bezirksbeirätin in Stuttgart-Mitte, erklärte: „Zum Thema Leonhardsvorstadt möchte ich sagen – weil es ja bei den IBA-Projekten immer heißt ,Brücken schlagen, Trennungen aufheben‘: Wenn man den vorgesehenen Bereich ein kleines Stückchen erweitern würde, käme man an die B14. Es wäre schön, wenn dort Verbindungen geschaffen werden könnten.“ Der Bezirksbeirat Mitte war beschlussfähig und stimmte mehrheitlich für die Einreichung der Projektideen. In Stein gemeißelt sind die Projekte bis jetzt noch nicht, wie Baubürgermeister Peter Pätzold betonte. Die eingereichten Projektideen seien nur die erste Tranche der Stadtverwaltung, eine zweite solle noch folgen. Im Februar prüft das IBA-Kuratorium die Vorschläge und wird dem Aufsichtsrat im Anschluss mitteilen, welche Projekte aufgenommen werden.

 

 

Hintergrund

Die erste Internationale Bauausstellung fand 1901 in Darmstadt statt (Mathildenhöhe) und gilt als ein Meilenstein des deutschen Jugendstils. In Stuttgart entstand 1927 als Bauausstellung des Deutschen Werkbunds die Weißenhofsiedlung. Unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe wurden 21 Musterhäuser als Wohnprogramm „für den modernen Großstadtmenschen“. Mehr Infos online: www.iba27.de