Das Leo-Vetter-Bad soll aufgrund des Fachkräftemangels in den Sommermonaten komplett für die Öffentlichkeit geschlossen werden.

 

Großer Fachkräftmangel und Vereinen sowie Schulen mehr Wasserflächen zugestehen, um die Schwimmfähigkeit von Schülern zu verbessern: die geplante Neubelegung in städtischen Hallenbädern, die Teil des Bäderentwicklungsplans 2030 ist, sieht daher eine Reduzierung der Öffnungszeiten vor – auf Kosten von Privatpersonen, also Jugendlichen, Senioren und Familien, denn sie sollen künftig zeitweise oder komplett vor verschlossenen Türen stehen.

In den Sommermonaten soll auch das Leo-Vetter-Bad für die Öffentlichkeit geschlossen werden, die Hallenbäder in Plieningen und Bad Cannstatt ganz. „In erster Linie tragen die Eltern die Verantwortung dafür, dass ihre Kinder schwimmen lernen und dann erst Schulen und Vereine. Daher ist die Vorlage der Stadtverwaltung ein Skandal und inakzeptabel. Die Zahl an Nichtschwimmern ist erschreckend hoch, wie Herr Ruhland von der DLRG berichtete: Während im Jahr 2004 34 Prozent aller Grundschüler in Stuttgart nicht schwimmen konnten, ist die Quote 2017 auf 59 Prozent angestiegen“, erklärt Bezirksvorsteherin Tatjana Strohmaier. Was sie nicht versteht: „Während der Schließzeit, die in den Sommermonaten geplant ist, haben die Schulen keinen Unterricht und die Vereine Pause. Die Einnahmen werden fehlen.“ Sie hofft, dass das Vorhaben noch nicht in Stein gemeißelt ist und bittet die Bürgerschaft um Unterstützung.

 

Wie geht es weiter?

In der Bezirksbeiratssitzung am Mittwoch, 6. Februar, um 18.30 Uhr im Bürgerzentrum Ost wird das neue Belegungsund Öffnungszeitenkonzept für die Hallenbäder der Bäderbetriebe Stuttgart vorgestellt. Zu Beginn der Sitzung haben Bürger die Möglichkeit, ihre Anliegen und Kritik – auch in Bezug auf die voraussichtliche Schließung des Leo-Vetter-Bads – darzulegen. Der Bäderausschuss des Gemeinderats entscheidet über die Pläne der Verwaltung am 29. März.