Die beiden evangelischen Kirchengemeinden Lukas-Lutherhaus und Gaisburg sind zum Jahreswechsel zur Kirchengemeinde Stuttgart-Ost fusioniert.

 

 

Wer bei einer Fusion zunächst an eine Kürzung des Angebots denkt, dem widerspricht der Pfarrer der bisherigen Lukas-Lutherhaus-Gemeinde, Gerd Häußler direkt: „Wir hoffen langfristig, ein breiteres Angebot schaffen zu können.“ Statt wie bisher zum Beispiel zwei parallele Gottesdienste am Sonntagvormittag zu veranstalten, könne man nun vielleicht auch flexibler agieren. „So können wir zum Beispiel mehr Angebote für Senioren oder auch andere Gruppen anbieten“, sagt Häußler weiter.

Nach dem Fusionsgottesdienst Anfang Januar sind zunächst keine weiteren größeren Veranstaltungen geplant. „Wir wollen zunächst organisatorisch zusammenwachsen“, sagt Häußler. Ein neuer Gemeindebrief zu allem, was in beiden Kirchen stattfindet, wird bereits herausgegeben. Ansonsten heißt es nun, den gemeinsamen Gemeindealltag mit Leben füllen. Künftig wird man nur noch einen Kirchenpfleger benötigen, ansonsten gibt es keine personellen Veränderungen. Auch der bisherige Kirchengemeinderat bleibt in seiner Zusammensetzung bis zur nächsten Wahl 2019 bestehen. Dann wird das Gremium entsprechend verkleinert.

Der Name Kirchengemeinde Stuttgart-Ost wurde mit sehr viel Bedacht gewählt. „In den nächsten zehn Jahren wird es sicherlich noch zu weiteren Veränderungen in den Kirchengemeinden kommen“, so Häußler. Der allgemein gehaltene Name eröffne da natürlich auch die Möglichkeit, weitere Gemeinden anzuschließen. Bei der Fusion werden keine Kirchengebäude aufgegeben, sondern es solle nur inhaltlich näher zusammengerückt werden. Die beiden früher selbstständigen Gemeinden reagieren mit der Fusion auf sinkende Mitgliederzahlen und auf den „Pfarrplan 2024“ der evangelischen Landeskirche. Man blicke jedoch nach vorn und stelle sich frühzeitig den veränderten Bedingungen.

Die Fusion im Stuttgarter Osten war nicht die einzige zum Jahreswechsel. Im Dekanat Bad Cannstatt haben sich drei Pfarrerinnen und ihre jeweiligen Kirchengemeinden zusammengefunden: Dorothee Niethammer-Schwegler aus Neugereut, Ulrike Sill aus Steinhaldenfeld und Linda Lee Zipperle aus Hofen. Sie bilden die neue evangelische Kirchengemeinde Neugereut-Steinhaldenfeld-Hofen, oder kurz „Neusteinhofen“ genannt.

 

Kirchenkreis Stuttgart

Der Evangelische Kirchenkreis umfasst durch die beiden Fusionen seit dem 1. Januar 2018 nur noch 63 statt wie zuvor 66 Kirchengemeinden.