Einzelhändler sowie der Handels- und Gewerbeverein Stuttgart-Ost erzählen, wie das Geschäft läuft.

 

Metzger, Bäcker, Schuhfachgeschäften bis hin zu Kiosks: „Wir können uns sehr glücklich schätzen über das vielfältige Angebot der Einzelhändler hier im Stuttgarter Osten“, sagt Thomas Rudolph, Vorsitzender des Handel- und Gewerbeverein Stuttgart-Ost (HGV). „Immer mehr jüngere Leute sind in Ostend unterwegs und generell hat der Stadtbezirk an Wohnqualität zugenommen“, erzählt Franc Marks, Inhaber von Tabakwaren Marks am Ostendplatz. „An den Ostendplatz kommen vorwiegend direkte Anwohner, um einzukaufen, aber auch viele Menschen aus den Stadtteilen Gaisburg und Stöckach. An Einkaufsmögl ichkei ten fehle es im Stadtteil Ostend im Prinzip nichts.“ Größere Modegeschäfte hätten es hier jedoch eher schwer, da die Flächen meist zu kleinteilig seien.

 

„Inhabergeführte Geschäfte gibt es viele, was ein Pluspunkt für den Osten ist“, meint zudem Ulrich Schlote, Inhaber der Ostend- Buchhandlung.„Die meisten unserer Kunden kommen aus dem Stadtgebiet, jedoch sind es eher ältere Menschen. Die jüngeren – in etwa die 14- bis 20- Jährigen – zieht es eher auf die Königstraße zum Einkaufen.“ Das Internet sei auch ein Faktor, warum hier „nichts los“ wäre – im Netz präsent zu sein, sei daher eine Selbstverständlichkeit. Auch Thema: Parkplätze. Ein Wermutstropfen sei laut Rudolph der Parkplatzmangel vor allem im Bereich Ostendstraße und Gablenberger Hauptstraße: „Die Gewerbetreibenden leben von allen Verkehrsträgern – so auch den Autofahrern, zumeist sind es Pendler, die mit dem Auto hierherfahren um einzukaufen. Sie sind damit ein Fluch und Segen zugleich.“ Man müsse daher das Zugeständnis machen, dass die Händler auch von Kunden leben, die ein Auto besitzen.

 

„In Stuttgart macht es keinen Spaß Auto zu fahren. Jeder hat bald zwei Autos, da müssten sich Stadt als auch Land etwas einfallen lassen“, so Franc Marks. „Ich laufe beispielsweise auch in die Stuttgarter Innenstadt und fahre mit Bus oder Bahn zurück.“ Potenzial für Einzelhandel und Gewerbe: „Natürlich würde ich mich sehr freuen, wenn ein Zugewinn an Flächen am Neckarufer Ost durch das Vorhaben ‚Stadt am Fluss‘ zu verzeichnen wäre.

 

Und auch das neu gestaltete EnBW-Areal hat immenses Potenzial – nicht nur, wenn es um das Thema Wohnen geht“, so Rudolph. Außerdem werde die Hauswirtschaftliche Schule abgerissen, hier entstehen Wohnungen, Läden, ein Supermarkt samt Tiefgarage. Im „Dornröschenschlaf“ befinde sich noch der Stöckachplatz. In Gaisburg, das Sanierungsgebiet werden soll, sei der CAPMarkt hingegen für die Nahversorgung wichtig. Er spricht sich hierbei gegen eine in der Diskussion stehende Schließung der Zufahrt von Wangen her in Richtung Landhausstraße aus. „Wo sollen dann die Anwohner einkaufen?“

 

Der HGV Stuttgart-Ost zählt aktuell 103 Mitglieder. An Veranstaltungen wie der Langen Ostnacht wird teilgenommen, ebenso gibt es das vom HGV ausgerichtete Brunnenfest. Mehr Infos: www.hgvstuttgart- ost.de.