Vorhaben Villa Berg: knapp 40 Millionen Euro sind für die Sanierung der Villa Berg angesetzt samt Neubau.

 

Ein offenes Haus der Musik soll die Villa Berg werden – für alle Bürger zugänglich und nicht nur für diejenigen mit prallen Portemonnaies. So lautete der Tenor in der jüngsten Bezirksbeiratssitzung im Stuttgarter Osten als Matthias Bertram vom Amt für Stadtplanung und Wohnen den Grundsatzbeschluss für die Villa- Sanierung präsentierte. In diesem ist die Rede von einer Profilschärfung in Richtung „Kammermusiksaal/ Konzerthaus“, was der Bezirksbeirat ablehnte.

Das Nutzungskonzept, das aus der Bürgerbeteiligung entstand, dürfe nicht kaputt gemacht werden, so Ingrid Schwerdtfeger von den Grünen-Ost und gleichzeitig Mitglied der Projektgruppe Villa Berg. Freude herrschte darüber, dass es die „große Lösung“ werden solle. Die Kosten belaufen sich auf geschätzte 39,3 Millionen Euro für das Vorhaben Villa und dem geplanten Neubau, hinzukommt die Sanierung der Tiefgarage, für die nach bisherigen Schätzungen 23,2 Millionen Euro aufgebracht werden müssten. Mit inbegriffen sei allerdings auch die denkmalgerechte Sanierung der Brunnenanlage unterhalb der Villa, die derzeit abgesperrt ist. Was hier alles entstehen kann: „Der kleine und große Saal sollen parallel bespielt werden können“, so Bertram. Das Nutzungskonzept soll breiter werden: Tagungen, Konferenzen und Hochzeiten sollen künftig hier stattfinden, daher werde der Boden im großen Saal geebnet und die Bühne verkürzt. Ein Café soll in der Villa und auf der Außenterrasse entstehen, das tagsüber genutzt werden kann.

Zur Sprache kam auch das derzeitige Diskussionsthema im Gemeinderat der Einrichtung einer Pflegeeinrichtung in den SWR-Fernsehstudios. Bertram hierzu: „Laderampen für den Aufbau würden sich nur 60 Meter entfernt von den Studios befinden. Aus Lärmschutzgründen wäre dann ab 22 Uhr Schluss.“ Veranstalter würden wahrscheinlich wegbleiben. Der Bezirksbeirat stimmte geschlossen dem Grundsatzbeschluss zu, allerdings mit einer Stellungnahme der Projektgruppe, in der die Ablehnung der Profilschärfung formuliert wurde. Gefordert wurde auch ein Mitspracherecht des Bezirksbeirats sowie der Bürger.

 

Wie geht´s weiter?

 

Wenn der Gemeinderat am 23. Mai die Vorlage absegnet, wird mit der Baugenehmigung circa 2021 gerechnet, mit dem Baubeginn 2022. Die Fertigstellung soll bis Mitte 2024 erfolgen.