Wo früher Tennisplätze waren, grasen jetzt zehn Kameliden: Seit sechs Jahren leben Claudia Ades Lamas und Alpakas im Stammheimer Emerholz – und fühlen sich dort pudelwohl.

 

Sie tragen Namen wie Picasso, da Vinci, Janosch oder Giacomo. „Da Vinci ist clever, Picasso eher zerstreut“, lacht Besitzerin Claudia Ade. Die Namen ihrer Lamas und Alpakas sind nicht zufällig gewählt. „Manchmal dauert es lange, bis ich einen Namen finde.“ Die zehn flauschigen Tiere mit den netten Gesichtern haben eigentlich den ganzen Tag nur eine Mission: Futtern, was das Zeug hält. Sie grasen genüsslich und wirken dabei komplett tiefenentspannt. Hin und wieder recken sie den Kopf und traben ein Stück, um an anderer Stelle fröhlich weiter zu mampfen. „Zwanzig Kilo Heu isst ein Lama pro Woche“, sagt Claudia Ade.

Schon immer schwärmte die Stuttgarterin von den Kameliden – bis sie vor zehn Jahren ihre ersten „Classic Lamas“ erwarb. Der Bestand wuchs über die Jahre an. Heute hat sie eine ganze Bande – zu der fünf Lamas, vier Alpakas sowie eine Kreuzung aus Lama und Alpaka gehören. „Mit acht Wallachen und zwei Hengsten sind sie eine echte Boygroup“, verkündet Claudia Ade. Anfangs hielt sie die Tiere im Feuerbacher Tal, seit sechs Jahren nennen sie das Stammheimer Emerholz ihr Zuhause. Wenn sie nicht gerade bei ihren Tieren auf der Farm ist, arbeitet Claudia Ade als freiberufliche Übersetzerin. „In Deutschland gibt es mittlerweile viele Züchter. Für mich sind Lamas und Alpakas nur ein Hobby, ich züchte nicht selber.“

Auf einer Fläche so groß wie ein Fußballfeld können sich die Tiere frei bewegen. Das Gehege besteht aus Weiden und alten Tennisplätzen. „Die Plätze sind seit Jahrzehnten unbespielt und daher wieder mit Pflanzen bewachsen. Der rote Sandboden bietet für die Tiere außerdem tolle Wälzplätze“, so Claudia Ade. Auch den kompletten Winter verbringen sie draußen. „Die sind total robust. Ob Minus 15 Grad im Winter oder schwüle Sommerhitze – für die Lamas und Alpakas kein Problem“, so Claudia Ade.

Was sagt die Expertin zu den Vorurteilen, dass Lamas immer spucken? „Lamas sind generell sehr genügsame und friedliebende Tiere. Sie spucken nur bei Futterneid oder wenn sie streiten.“ Die scheinbar unendliche Ruhe der Tiere ist ansteckend. „Viele Besucher werden bei den Touren ganz still. Es ist unglaublich, was die Tiere für eine Wirkung auf Menschen haben“, so die Besitzerin.

Besucher der Farm können hier so einiges erleben: Vom Spaziergang bis zum Slalomlauf oder HindernisParcours mit den Tieren. „Beinahe jedes Wochenende kommen Gruppen. Oft sind Kindergeburtstage da. Vor kurzem hatten wir einen Lehrerausflug. Es gab aber auch schon Junggesellenabschiede.“ Gerade in letzter Zeit sei immer viel los auf der Farm. Einmal im Jahr – nämlich im Frühjahr – werden die Tiere von einem mobilen Scherer von ihrer Wolle befreit. Die hochwertige Lamaund Alpakafaser wird dann zu Strickgarn verarbeitet. „Ich kann mir ein Leben ohne Lamas und Alpakas gar nicht mehr vorstellen“, schwärmt Claudia Ade.

 

Lust auf einen Spaziergang?

Die Lamas und Alpakas sind auf einem Gelände im Stammheimer Emerholz untergebracht, das aus Weiden und alten Tennisplätzen besteht.Ihr Gehege befindet sich auf dem Gelände von „Fun, Sport und Events“ (Emerholzweg 73). Man kann von dort aus direkt loslaufen über Felder, Wiesen und durch den Wald. An den Wochenenden werden einstündig geführte Touren für Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren angeboten. Informationen zur Farm und den Tieren gibt es unter www.lamasstuttgart.de. Terminanfragen für Spaziergänge sind unter der Mobilnummer 0177 65 96 24 8 möglich.