Abseitz – „der Sportverein für Schwule, Lesben und Freund*innen“ – feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde vor der Aids-Hilfe ein Bäumchen gepflanzt.

 

 

„Seit geraumer Zeit schon nennen wir uns inoffiziell der sportliche Arm der LSBTTIQ Community in Stuttgart“, so Kerstin Bosse, Vorständin von Abseitz – dem „Verein für Schwule, Lesben und Freund*innen“ - beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen des Sportvereins in Stuttgart-West. „Gleichzeitig stellen wir fest, dass es noch sehr wenige Berührungspunkte zu unseren TTIQ Mitmenschen gibt. Wir wollen offen sein und einladen und stellen fest, dass wir hier noch viel zu lernen haben – auch, eigene Vorurteile zu überwinden.“ Wenn das gelinge, so Bosse, schließe sich der Kreis und man könne sagen: „Wir sind ein Sportverein für alle – 100 Prozent Menschen!“

Zum feierlichen Umtrunk anlässlich des Jubiläums sind rund 30 Vereinsmitglieder in die Johannes­straße 19, vor der Aids-Hilfe, gekommen. Saxofonklänge untermalen die Veranstaltung musikalisch. Auch Ehrenmitglied Laura Halding-Hoppenheit, Vorständin der Aids-Hilfe Stuttgart und Wirtin des Kings Club, ist mit von der Partie. 1993 von Schwulen gegründet, hat sich der Verein stetig weiterentwickelt und geöffnet. Die Öffnung verdeutlicht auch das Motto im Jubiläumsjahr – das da lautet: „Vielfalt in Bewegung“.

„Sich einreihen, dabei sein, Teil von etwas sein, Wurzeln schlagen – alles Assoziationen, die mit einer Baumpflanzung schnell zusammengehen“, so Bosse. Eine regenbogenfarbene Schärpe ziert den Baum, aus der Erde ragen bunte Fähnchen. Farbe bekennen lautet auch das Credo von Kerstin Bosse: „Bei unserem 20-Jährigen vor fünf Jahren war das Motto: 20 Jahre mittendrin. Da wollten wir einfach teilhaben an der Gesellschaft. Heute müssen wir wieder präzisieren, wie die Gesellschaft sein soll: Vielfältig und bewegt.“

830 Mitglieder hat der Sportverein für Schwule, Lesben und Freund*innen aktuell. 20 Abteilungen bieten ein Sportprogramm an sechs Wochentagen. Im Stuttgarter Westen ist der Verein stark vertreten, unter anderem mit zwei Yoga- und zwei Fitnessgruppen sowie „Womenbodypower“. Das Durchschnittsalter liegt laut Bosse bei Mitte Vierzig, wobei der Anteil der Frauen circa 37 Prozent betrage. „Es freut uns, dass auch viele Heteros, die uns toll finden, im Verein sind“, sagt Bosse. Weitere Informationen zum Vereinsprogramm sowie aktuellen Veranstaltungen gibt es unter www.abseitz.de. Dort kann man auch das „Vereins-Blättle“ herunterladen, das drei mal im Jahr erscheint.

 

 

Was bedeutet LSBTTIQ?

LSBTTIQ hat sich als Sammelbegriff für Menschen durchgesetzt, die außerhalb der heterosexuellen und zweigeschlechtlichen Norm stehen. Die einzelnen Buchstaben stehen für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, transgender, intersexuell und queer. Als transsexuell bezeichnen sich Menschen, deren körperliche Geschlechtsmerkmale nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, mit dem sie sich identifizieren. Transgender steht für Menschen, die sich nicht eindeutig als Mann oder als Frau zuordnen lassen möchten. Intersexuelle Menschen sind biologisch keinem der beiden Geschlechter zuzuordnen. Als queer bezeichnen sich Menschen, die von der heterosexuellen oder zweigeschlechtlichen Norm abweichen. Der Begriff ist bewusst so vage, weil das erlaubt, auf Abgrenzungen und Definitionen weitgehend zu verzichten.