Beim Instawalk durch die Schwabstraße lernen die Teilnehmer Diversität und Zusammenhalt hautnah kennen. Die Westler zeigen, was ihre Gemeinschaft ausmacht.

 

 

Jede Gemeinschaft bildet ein eigenes kleines Universum, wir sind ein Land, eine Stadt oder ein Viertel – wir sinds. Unter diesem Hashtag haben begeisterte Film- und Foto-Fans zum Instawalk durch die Schwabstraße zusammengefunden. Um das Leben im Westen zu porträtieren, haben sich Nadia Heide und ihr Team von der BW-Stiftung eine besondere Route ausgedacht.

„Die Schwabstraße liegt direkt vor unserer Bürotür“, sagt Heide. „Da war die Wahl, die Gemeinschaft des Westens zu zeigen naheliegend“. Der Kontakt zu den Menschen des Viertels sei oft über private Beziehungen entstanden. „Da kennt immer jemand jemanden, der was Spannendes macht.“ Der Ausflug beginnt mit der im Westen lebenden Kunsthistorikerin Annik Aicher, die die Gruppe zu ihrem Nachbarn Serkan Eren begleitet.

„Die Schwabstraße ist die schönste Straße im schönsten Viertel Stuttgarts“, schwärmt Eren, Gründer von „STELP“. Sie ist vielfältig wie nie zuvor und entwickelt sich rasant, eines hat sich für die Anwohner und Lädle vor Ort allerdings nicht verändert: Die Nachbarschaft ist aufmerksam, hilfsbereit und hält zusammen. Davon lebt auch „STELP“, die mit der Hilfe von 200 Volunteers auf der ganzen Welt Kinder in Not unterstützen. Wer Mehrwert schaffen will, muss aktiv werden. Mit dieser Erkenntnis und einem vollgepackten Sprinter habe das Ganze angefangen. „Jeder kann helfen. Dabei ist es egal wer du bist und was du machst. Selbst ein Tätowierer kann einen Tag kostenlos tätowieren und die Einnahmen spenden“, erklärt Eren.

Das nächste Foto-Motiv für die Gruppe ist der kultige Bäcker Bosch. „Der wird schon in der vierten Generation geführt“, berichtet Aicher. Jeden Morgen bildet sich hier eine Menschenschlange. Geschäftsleute lesen ihre Zeitung, Schüler gucken in ihre Handys – gemeinsam warten sie geduldig auf ihre Brezel. Durchschnittlich verkaufen sie davon 2000 Stück am Tag.

Im Büro von „Manager ohne Grenzen“ stellt Helene Prölß ihre Stiftung vor. „Als ich meine Mitt-50er-Krise hatte, habe ich mich gefragt: Was kann ich als BWLerin schon bewegen“, schildert sie ihre Zweifel vor der Gründung. Diese hatte sie schnell abgelegt und hat einfach gemacht. Heute gibt sie deutschen Führungskräften die Möglichkeit etwas Sinnvolles zu tun und die Armut zu bekämpfen.

„Der Westen hat einen großen Wandel erlebt. Die Gentrifizierung wird hier spürbar. Es gibt viele neue Cafés und Läden“, beschreibt Heide die Entwicklung des Stadtteils. Einer dieser Läden ist das Schüttgut. „Ich hab mir den Westen ausgesucht, weil es einfach ein schöner Kiez ist. Bei uns geht’s um Wertschätzung - darauf sind wir stolz“, erzählt Jens-Peter Wedlich, der das Konzept des verpackungsfreien Einkaufs nach Stuttgart brachte. „Hier kommen alle möglichen Leute her. Von der Omi bis zu Studenten und der Dame mit dem SLK. Genau diese Vielfalt zeichnet den Westen aus“, sagt er.

 

 

Die BW-Stiftung

Als unabhängige Stiftung des Landes setzt sich die BW-Stiftung für Menschen, Gesellschaft, Kultur, Bildung und Forschung ein. Das Ziel: Die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft in einem lebenswerten Baden-Württemberg. Mehr Infos zur Aktion gibt’s unter www.wir-gesellschaft-bw.de
Ein Ausblick: „Für unseren nächsten Instawalk geht’s aufs Land“, kündigt Heide den für 2020 geplanten Lauf an.